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Süßes Paradies im Pflanzenreich

Hanau Konditor Florian Löwer macht Gartenmarkt zum Treffpunkt für Tortenliebhaber

Zum Anbeißen: die Köstlichkeiten von Florian Löwer. Foto: Hoyer

Eigentlich wollte Florian Löwer ja Konditor werden, um sich Gummibärchen selbst zu machen. Zwölf Jahre war er damals alt. Seinen Berufswunsch aus Kindertagen hat Florian Löwer wahr gemacht. Allerdings produziert er heute kein buntes Gummigetier, sondern köstliche Törtchen, Kuchen und Plätzchen – und das so gut und kunstvoll, dass er mit seinen Kreationen 2005 sogar Deutscher Meister der Konditoren und 2006 Dritter bei der Weltmeisterschaft wurde. Begeistert hat die Jury damals unter anderem ein Schokoladentörtchen mit einer Kokoskaviar-Füllung, deren süße Perlen wie echte Fischeier im Mund zerplatzten. „Das war die Zeit, als Molekularküche im Trend war“, erinnert sich Florian Löwer.

Für solche Wettbewerbe hat der inzwischen 31-Jährige indes keine Zeit mehr, seit er sich 2007 selbstständig gemacht hat, zunächst mit einem Geschäft in seiner Geburtsstadt Aschaffenburg, später mit einer Backstube in Hösbach und einem weiteren Café in Seligenstadt. Seit März dieses Jahres ist auch die neue Gärtnerei Löwer an der Hanauer Oderstraße ein Paradies für Schleckermäuler. Dort gibt es Leckereien wie Törtchen von „weißer Schokomousse mit Mango-Passionsfruchtgelee“ oder von „Mousse der Williamsbirne mit Krokant“. Die Idee für diese Törtchen, die im Inneren stets eine optische und geschmackliche Überraschung bergen, hat Löwer aus Hamburg mitgebracht, wo er nach seiner Ausbildung ein Jahr lang arbeitete. Ihre spezielle, bei uns bisher wenig bekannte Machart kommt ursprünglich aus Frankreich.

Dass es mitten im Grünmarkt, zwischen Pflanzen und Menschen mit Einkaufswagen, ein Café mit besonders guten Kuchen und Torten gibt, hat sich herumgesprochen: Das Lokal im asiatischen Bambusdesign ist inzwischen ein Treffpunkt für viele Hanauer – und stets gut besucht. Die Mehrheit der Gäste besteht längst nicht mehr aus Kunden des Gartencenters.

Die Kombination von Fachmarkt und Café ist keine Zweckgemeinschaft, sondern eine Familienangelegenheit: Denn Martin Löwer, der Besitzer des Gartencenters, und Florian Löwer, der Konditor, sind Brüder. Der Pflanzenhandel bildet dabei mehr als nur den Rahmen für das Café: Vielfach lässt sich Florian Löwer von Kräutern und Gewürzen aus dem Geschäft inspirieren und experimentiert damit. So verwendet er Lavendel oder Basilikum für seine Kreationen:

„Es passen aber nicht alle Sorten zu Süßem“, erzählt Löwer. Also gelte es: ausprobieren. Manches gehe durchaus daneben oder erfordere viel Zeit, bis das rechte Verhältnis gefunden sei – etwa bei der eigenwilligen Kombination von Ananas und Curry, die sich zuweilen in seinen Süßspeisen findet.

So exotisch manche Rezepturen klingen, so traditionell arbeitet Florian Löwer doch bei der Herstellung: Viele Zutaten stammen aus der Region, Fertigmischungen verwendet der Konditor überhaupt nicht – ein Grund, warum seine Torten nicht im Bauch liegen: „Pulver quellen oft im Magen auf und sind deshalb nicht gut verträglich. Die ursprünglichen Zutaten sind bekömmlicher.“ Zudem macht er vieles noch manuell, wo andere Maschinen einsetzen: So fertigt Florian Löwer jeden Biskuitteig noch ganz von Hand – „auch wenn das fünfmal so lange dauert“.

Geöffnet ist das Café in der Gärtnerei Löwer, Oderstraße 1, montags bis samstags von 9.30 bis 19 Uhr.

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