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Nidderau Ameropa-Gründer Karl Seifried ist tot

Im Alter von 95 Jahren ist der Tourismus-Pionier und Ehrenbürger von Nidderau Karl Seifried gestorben. Sein ganzes Leben lang blieb der Heldenberger seinem Geburtsort verbunden. Von J. Andersson

14.01.2010 00:01
Jörg Andersson
Karl Seifried, Ameropa-Gründer, Stifter und Ehrenbürger von Nidderau, ist tot. Der gebürtige Heldenbergener starb im Alter von 95 Jahren. Foto: Christian Sahm

Die letzte Ehrung erfolgte vor knapp neun Monaten. Ende März benannte die Stadt einen Platz in seinem Geburtsort Heldenbergen nach Karl Seifried und seiner Frau Else. Jetzt ist der Unternehmer, Stifter und Ehrenbürger von Nidderau tot. Der 95-Jährige wurde Anfang dieser Woche auf dem Frankfurter Hauptfriedhof zu Grabe getragen.

"Heldenbergen war mir zu klein geworden", schrieb Tourimus-Pionier Seifried über seinen Umzug nach Frankfurt 1948, wo er mit einem zusammengeflickten Omnibus zunächst Bauarbeiter aus Oberhessen zur Rhein-Main-Air-Base fuhr und den Grundstein für sein Reisegesellschaft legte, die er 1952 nach dem Motto "Amerikaner besucht Europa" "Ameropa" nannte.

Seifert erkannte in schwierigen Zeiten die Chancen der aufblühenden Branche - nahm Österreich und die Schweiz ins Programm und zählte 1953 zu den Erstanbietern von Urlaub auf Mallorca. 1973 verkaufte er die Unternehmensanteile an die Bahn und wirkte bis 1982 als Geschäftsführer weiter.

Trotz seines Weitblicks blieb der Selfmademan aus dem Bilderbuch mit seinem kleinen Geburtsort in Verbindung, wo er 1914 als jüngster von drei Bauernsöhnen zur Welt gekommen und dann ohne Vater aufgewachsen war.

Zwei Lehren brach er ab, im Zweiten Weltkrieg flog er mehr als 3000 Einsätze für die Luftwaffe und erwarb schließlich drei ausrangierte Wehrmachtsfahrzeuge, um als Unternehmer durchzustarten. Im Pensionsalter gründete das Ehepaar Seifried vier Stiftungen, drei davon in Frankfurt. Weil sich ihr Kinderwunsch nicht erfüllte, nahmen sie sich der Adoptivtochter Petra Aldinger-Seifried (51) an.

Hilfe für alte und kranke Menschen sowie für misshandelte und missbrauchte Kinder rückte in den Mittelpunkt. "Der Deutsche Kinderschutzbund verliert einen herausragenden Förderer", bekundete der Bezirksverband Frankfurt und erinnert an drei Einrichtungen, die ohne Seifried nicht realisiert worden wären.

Nidderau ernannte Seifried vor acht Jahren zum Ehrenbürger. Da hatten die Eheleute gerade eine weitere Stiftung ins Leben gerufen, um eine Caritas-Beratung zu ermöglichen. Im Oktober 2008, zum 94. Geburtstag Seifrieds und zum 90. seiner Frau, wurde das Kapital auf 450.000 Euro erhöht und so verdreifacht.

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