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Maintal Kinder produzieren großes Kino

Den "weltweit ersten Kinofilm von Kindern für Kinder" will der Maintaler Filmemacher Boris Kreuter drehen - natürlich in 3D. Rund drei Millionen Euro soll das moderne Märchen kosten.

22.06.2010 00:06
Jörg Andersson
Der Maintaler Filmemacher Boris Kreuter will den weltweiten ersten Kinofilm von und für Kinder drehen. Die Voraussetzungen dafür sind zwischenzeitlich geschaffen, sagt er. So gelang es, Partner aus der Filmindustrie zu mobilisieren und für die Gründung der Trickfilmkinder GmbH mit Firmensitz in Halberstadt zu begeistern. Foto: Sascha Rheker

Boris Kreuter schwärmt von einem "einzigartigen Medienprojekt" und einem "Idealfall für einen Filmproduzenten". Was will man mehr, wenn man selbst der Filmemacher ist und daran feilt, einen mit Kindern produzierten Trickfilm auf die Kinoleinwand zu bringen.

Blenden wir ein halbes Jahr zurück: Im Herbst entschloss sich der 39-jährige Kreuter, der zuvor Animationsfilme für Fernsehsender gedreht hatte, der Kinderperspektive mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Seine Idee: ein Film von Kindern für Kinder. Das Versuchsprojekt startet vor der Haustür.

Kreuter vereinbarte mit Erzieherinnen des Kindergartens Gänsestraße in seinem Heimatort Bischofsheim ein "Kita-Projekt". Die Vier- bis Sechsjährigen entschieden bei der Auswahl der literarischen Vorlage mit, bastelten Kulissen und probierten sich in der Kameraführung. Am Ende stand ein zehnminütiger Film nach einem Bilderbuch des englischen Autos Chris Wormell: "Georg und der Drache".

Ein Fünfjähriger als Hauptdarsteller

In Stop-Animations-Technik bewegten die Darsteller Playmobil-Figuren und verliehen diesen ihre Stimme. Als Hauptdarsteller tat sich Kreuters fünfjähriger Sohn Jonathan hervor. Das Projekt überzeugte nicht nur Regisseur Kreuter, Kinder und Eltern, sondern erhielt auch noch eine Nominierung für den Hessischen Medienkompetenzpreis.

Für Kreuter nur der Auftakt zur Konzeption, den "weltweiten ersten Kinofilm von und für Kinder zu drehen". Die Voraussetzungen dafür sind zwischenzeitlich geschaffen, sagt er. So gelang es, Partner aus der Filmindustrie zu mobilisieren und für die Gründung der Trickfilmkinder GmbH mit Firmensitz in Halberstadt zu begeistern. Der Standort hat Methode. "Hier existiert bereits ein Netzwerk, hat der Kinderkanal (Kika) seinen Sitz, wird das Sandmännchen produziert und es gibt mehr Filmfördermittel", berichtet Kreuter, nach dessen Schätzung der etwa 75-minütige Kinofilm rund drei Millionen Euro kosten wird.

Vorgegeben haben Organisatoren und Sponsoren ein modernes Märchen, das mit den Stilelementen eines Dokumentarspielfilmes umgesetzt wird. "William und das Petermännchen" lautet der Titel. Es geht um Mythologie, ein Kobold und ein kleiner Wurm spielen die Hauptrollen. Ein wenig erinnert Kreuter das Projekt an die Disney-Produktion "Antz".

Mit 3-D-Technik soll das Projekt durchaus Maßstäbe setzen. Die ersten Dreharbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen, der Film dann 2012 in die Kinos kommen. Kreuter spricht von einem Start mit mindestens vier Kopien, eventuell mehr.

Reale Szenen und Kulissen liefern Drehorte in Schwerin und Wismar. Aber auch Maintal bleibe Partner. Viele filmbegeisterte Erzieherinnen und Lehrkräfte sowie das starke Interesse an Märchen "passen hervorragend zu unserem neuen Projekt", sagt der Produzent und Regisseur.

Am Montag hat Kreuter in der Kita Gänsestraße Erziehern und Lehrern die ersten Informationen über die Produktionsbedingungen mitgeteilt. Acht bis zehn Schulen und Kindergärten aus der Region sollen ihr kreatives oder technisches Talent beweisen, hofft er. Gefragt sind Kinder aus städtischen und privaten Einrichtungen, die Kulissen bauen, Trickfilmfiguren entwerfen, professionelle Kameras, Tonequipment und Beleuchtung bedienen. Zusätzlich werden kleine Sprecherrollen besetzt und mit professionellen Cuttern am Schnitt und der Effektgestaltung gebastelt.

Infos: Telefon 06109/5024083.

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