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Main-Kinzig Sprache lernen gegen Konflikte

Hanau und der Main-Kinzig-Kreis testen gemeinsam mit dem Land Hessen ein neues Konzept zur besseren Integration. Sprachförderung und Bildung gelten hier als Schlüssel. Von Alexander Polaschek

01.04.2010 00:04
Alexander Polaschek

Neue Impulse für die Integration von Menschen aus anderen Ländern in die deutsche Gesellschaft will das Land Hessen mit sechs Modellprojekten geben. Eines davon bestreitet der Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit der Stadt Hanau.

Ihr Credo: "Wir werden gezielte Schwerpunkte setzen für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben."

Was das Land sich davon erhofft, das Programm "Modellregion Integration" mit 1,35 Millionen Euro für dieses Jahr auszustatten, beschrieb Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) am Dienstag bei einem Besuch im Landratsamt Gelnhausen.

Demnach gibt es zwar bereits viele löbliche Initiativen und Programme der unterschiedlichsten Instanzen. Es fehle aber an der Gesamtschau. Land, Landkreise und Kommunen sollten möglichst nach einem gemeinsamen Konzept arbeiten.

Hahn: "Wir wollen nachsehen, wo es Programme gibt, die wir kompatibel machen können." Das kann zum Beispiel heißen, dass die Programme der diversen Träger des Deutsch-Unterrichts von der Kita bis zur Berufsausbildung synchronisiert werden.

Die Modellregionen sollen zu verschiedenen Schwerpunkten der Integrationspolitik Ideen entwickeln und erproben, die dann zu flächendeckend hilfreichen Standards werden könnten. Im Main-Kinzig-Kreis beginnen nach einem zweitägigen Integrations-Workshop mit zahlreichen Akteuren die ersten konkreten Schritte. Mit der Stadt Schlüchtern wurde Sprachunterricht im Kindergarten organisiert mit dem Ziel, Konflikte um Kinder aus dem arabischen Kulturraum zu entschärfen.

Zentrale Anlaufstelle geplant

In Wächtersbach ist laut Landrat Erich Pipa (SPD) ein Angebot für ausländische Mädchen geplant. Im Juni soll im Landratsamt Gelnhausen als zentrale Anlaufstelle ein Integrationsbüro eröffnet werden. Ein großes Thema für Pipa ist "die Vorbereitung zur passgenauen Eingliederung von Migranten auf dem ersten Arbeitsmarkt".

In Hanau geht es unter anderem um Kontaktstellen in den Stadtteilen, Vernetzung der Beteiligten im Bereich Integration und Qualifizierungsprojekte. Spezialisierte Lotsen sollen sich der Menschen und ihrer Bedürfnisse annehmen und beispielsweise Vorbehalte abbauen, Kinder in die Tagesstätten zu schicken.

"Wir haben in Abstimmung mit dem Ausländerbeirat das Thema Bildung in den Vordergrund gestellt", sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Es gebe bereits eine breite Basis für Sprachförderung, Stadtteilarbeit und Vereinsförderung. Diese Basis gelte es auszubauen und zu vernetzen.

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