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Hanau/Jaroslawl Kaminers Märchenstunde

1000 Jahre wird Hanaus russische Partnerstadt Jaroslawl alt: Die Stadt gratuliert mit Musik und Märchen, gelesen vom aus Russland stammenden Schriftsteller Wladimir Kaminer. Von Ute Vetter

27.05.2010 00:05
Ute Vetter
Der aus Russland stammende Schriftsteller Vladimir Kaminer soll bei den Hanauern mehr Interesse an Russland und der Partnerstadt Jaroslawl wecken. Am 8. Juni liest er im Amphitheater von Schloss Philippsruhe als Sonderveranstaltung der Märchenfestspiele russische Märchen vor. Foto: ddp

Das 1000-jährige Bestehen feiert Hanaus russische Partnerstadt Jaroslawl in diesem Jahr - und 100 Hanauer Bürger reisen dank des Engagements des Partnerschaftsvereins "Freundschaft mit Jaroslawl" Anfang Juli über Moskau und St. Petersburg dorthin.

Das Stadtjubiläum musikalisch begleiten wird die New Orleans Connection Jazzband (NOC), wie Posaunist Peter Wichert (69) der Frankfurter Rundschau verriet. Mehrere Konzerte im Jazzinstitut von Jaroslawl und mit dem in Hanau bekannten Glass Chor sind geplant. Doch zuvor will die Band, die schon die ganze Welt bereist hat, in Hanau "mehr Interesse für Russland und die Partnerstadt wecken", sagte Wichert.

Ein Prominenter soll dabei helfen - einer mit russischer Abstammung: Wladimir Kaminer (43). Der in Moskau geborene und in Berlin lebende Schriftsteller und Kolumnist russisch-jüdischer Herkunft wurde durch seine Erzählbände "Militärmusik" und "Russendisko" über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Die Feuilletons rissen sich um ihn.

Bei einer "Countdownsendung" der ARD vor dem Eurovision Song Contest 2009 sorgte er für einen Eklat, als er die gewaltsame Niederschlagung einer nicht genehmigten Schwulendemo durch die russische Polizei auf lakonische Art relativierte und auf die Fragen des Moderators mit den Worten reagierte: "Die Russen sind nicht schwulenfeindlich, sie sind schwulenfreundlich, sie zeigen es nur nicht."

Kaminer schreibt seine Texte in deutscher Sprache. Zudem gilt er als Erfinder der turbulenten "Russendiskos" und produzierte solche CDs. Er wird am 8. Juni im Amphitheater von Schloss Philippsruhe die Lesung als Sonderveranstaltung der Brüder-Grimm-Märchenfestspiele bestreiten, er liest moderne russische Märchen.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgt die New Orleans Connection Jazzband. Sie wird an diesem Abend um zwei Musiker des russischen Ensembles "Talisman New Gipsy Art" verstärkt: Teufelsgeiger Oleksander Klimas und Akkordeonist Oleg Nehls.

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