Lade Inhalte...

Behutsam Schicht für Schicht

Südlich von Hain-Gründau untersuchen Archäologen den Boden

19.06.2008 00:06

Dort, wo ab 2010 der überörtliche Verkehr um Hain-Gründau fließen soll, wird jetzt behutsam die obere Bodenschicht abgetragen. Auch wenn das nicht der "Erste Spatenstich" für die seit den 70er Jahren verfolgte Ortsumgehung sei, ist deren Realisierung für Bürgermeister Heiko Merz (SPD) greifbar. Südlich von Hain-Gründau haben archäologische Arbeiten des Hessischen Landesamts für Denkmalpflege begonnen. Die Grabungen erfolgen aufgrund geomagnetischer Messungen in vier Bereichen der 2,2 Kilometer langen Straßentrasse. Diese deuten darauf, dass sich unter der Oberfläche Gegenstände aus der Zeit um 5000 bis 6000 vor Christus befinden. Bevor mit dem Bau der Straße begonnen werden darf, müsse diese überprüft und gesichert werden.

Derweil forcieren das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Gelnhausen und die Gemeinde Gründau weiter die Planung für die Ortsumgehung, die südöstlich an Hain-Gründau vorbei über die jetzige Anbindung nach Gettenbach auf die Bundesstraße 457 abzweigt. In vielen Verhandlungen sei es gelungen, die Liste der Bedenken gegen den Bau, die sich nach der ersten Offenlage der Pläne ergab, Stück für Stück zu reduzieren und Probleme auszuräumen, sagt Rathauschef Merz und hofft, das auf 4,5 Millionen Euro geschätzte Bauprojekt im Frühjahr 2009 starten zu können. Im Sommer liegen die Pläne ein zweites Mal aus. Ende des Jahres soll Baurecht bestehen. Die Kosten werden im Rahmen eines kommunalen Interessenmodells von der Gemeinde vorfinanziert und über 15 Jahre zurückerstattet.

Die auf knapp 600 000 Euro kalkulierten archäologischen Arbeiten müssen bis März 2009 beendet sein. Unter Regie von Ausgrabungsleiter Sascha Piffko haben 16 Fachkräfte und Studenten dafür eigens ein Containerdorf auf dem Festplatz in Hain-Gründau bezogen. In Kleinarbeit werden am Trassenende Richtung Breitenborn, an der alten Bunkeranlage, im Bereich des Radweges im Dachsgraben und am Trassenbeginn zwischen Hain-Gründau und Gettenbach Erdschichten sondiert und dokumentiert, Funde gereinigt und getrocknet. Laut Guntram Schwitalla vom Landesamt kann die Auswertung der Arbeit Jahre dauern. Aber auch mögliche größere Funde würden den Bau der Ortsumgehung nicht weiter verzögern. jan

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen