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Bad Orb Abgang eines Hoffnungsträgers

Bad Orbs scheidender Bürgermeister Wolfgang Storck hatte bei der Auswahl seiner Berater wenig Glück. Der Jurist wechselt in die CDU-Landesgeschäftsstelle in Wiesbaden.

16.03.2010 00:03
Jörg Andersson
Der 48 Jahre alte Wolfgang Storck (CDU) war zwölf Jahre lang Bürgermeister von Bad Orb. Der Jurist wechselt in die Landesgeschäftsstelle der Partei in Wiesbaden. Foto: privat

Mit einem Gottesdienst und einem Zapfenstreich hat sich Wolfgang Storck offiziell als Bürgermeister verabschiedet.

In seiner zwölfjährigen Amtszeit hat der gelernte Verwaltungsjurist polarisiert. Anfangs wurde der Sohn eines Orber Försters von einer Sympathiewelle getragen, erhofften sich viele einen Aufbruch, nach einem langanhaltenden Gästeschwund und Reputationsverlust der Kurstadt.

Lange profitierte Storck auch davon, dass ihn die örtliche Unionsfraktion beharkte, nachdem er den ebenfalls in der CDU verankerten Hugo Metzler vom Thron gestoßen hatte. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität wurde Storck unter fünf Bewerbern mit Zweidrittelmehrheit wiedergewählt.

Storck Konzepte für einen Gästeaufschwung trugen keine Früchte. Ob von ihm favorisierte Berater aus der Schweiz oder vermeintliche Attraktionen wie ein Tiefseeaquarium oder eine Musicalbühne: Der 48-Jährige, über Jahre zugleich Kurgeschäftsführer, bewies bei der Auswahl von Geschäftspartner wenig Fortune.

Als ihm das zunehmend Kritik einbrachte, fühlte er sich persönlich getroffen. Zuletzt schürte er in Geheimdiplomatie die Hoffnung auf Engagement aus China. Selbst als die dubiose Finanzierung und Widersprüchlichkeiten beim Kurparadies offen zu Tage traten, zelebrierte Storck noch einen feierlichen Baubeginn mit Prominenz. Als das Projekt platzte, wies Storck die Verantwortung von sich und erklärte die Kur zum Auslaufmodell.

Den Bau der Toskana-Therme könne die Stadt nicht finanzieren, sagte er und führte zudem familiäre Gründe für seinen Rückzug an. Kurstadtpolitiker hielten ihm eine Liste von Rechnungen im Zusammenhang mit dem China-Traum vor, verlangen bis heute eine Erklärung für 30.000 Euro Reisekosten.

Bei der CDU ist Storck ab sofort Abteilungsleiter der Landesgeschäftsstelle. Das hat nicht nur die Orber Christdemokraten überrascht, die wiederholt seinen Parteiausschluss forderten.

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