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Main-Kinzig Kompromisslos für den Umweltschutz

Der Grüne Elmar Diez bekommt den Eduard-Bernhard-Preis des BUND-Landesverbands Hessen.

Der Hanauer ist der zehnte Preisträger der Auszeichnung, die Autorin Gudrun Pausewang („Die Wolke“) war die erste. Foto: Rolf Oeser

Gerührt ist Elmar Diez besonders dann, wenn er an die Leistungen anderer denkt. Immer wieder kommt der Kämpfer für den Umwelt- und Naturschutz ins Stocken, wenn er über seinen gemeinsamen Weg mit Eduard Bernhard spricht; wenn er sich daran erinnert, was sein Freund alles für den Protest gegen den Atomkraftstandort Hanau und für die Region getan hat. Doch am Dienstagmittag ging es im Olof-Palme-Haus nur indirekt um Eduard Bernhard: Elmar Diez wurde mit dem nach seinem 2007 verstorbenen Freund benannten Preis des BUND-Landesverbands Hessen ausgezeichnet.

„Elmar Diez hat gemeinsam mit Eduard Bernhard große Arbeit geleistet gegen die Hanauer Atombetriebe“, sagt Werner Neumann vom Landesvorstand des BUND. Jahrelange habe er Erörterungstermine bestritten, Demonstrationen organisiert, Klagen vorbereitet und sich immer wieder auf verschiedenen Ebenen für das Thema eingesetzt. Neben seiner Arbeit für den Naturschutz habe sich der Grünen-Mitbegründer aber auch um das Hanauer Kulturleben verdient gemacht, etwa mit seinem Einsatz für das Olof-Palme-Haus, den Verein Brückenkopf oder das „Kultrubel“ – 40 Jahre arbeitet Diez bereits für die Gemeinschaft.

Untrennbar verbunden

Das, wofür Diez einsteht, hat oberste Priorität. Etwa, als er seine damals drei Monate alte Tochter zur Klägerin im Kampf gegen die Atomkraft machte, weil er damit die Zukunft künftiger Generationen in den Fokus rücken wollte oder als er – mit damals bereits 69 Jahren – in eine der drei Platane auf dem Freiheitsplatz kletterte, um sie vor den Baggern und dem Stadtumbau zu schützen.

Er trägt – wie könnte es auch anders sein – bei der Feier im Olof-Palme-Haus ein gelbes Shirt mit der Anti-Atomkraft-Sonne unter seinem orangefarbenen Jacket. Vor dem Eingang zum Lesecafé wehen gelbe Fahnen mit dem „Atomkraft? Nein danke!“-Aufdruck. Elmar Diez ist immer und überall Gegner der Atomenergie, selbst wenn es mehr um ihn und seine Leistungen, denn um die Sache geht.

Aber eigentlich sind die beiden unzertrennbar miteinander verknüpft, Person und Protest, Aktivist und Aktion. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro werde er selbstverständlich in die weitere Arbeit gegen die Atomkraft stecken, sagt Diez, schließlich „müsse der Kampf immer weiter gehen“. Als die Initiativgruppe Umweltschutz Hanau 1977 gegründet wurde, da habe man noch gar nicht richtig gewusst, wie präsent die Atomkraft in Hanau eigentlich war, erinnert sich der Grüne.

Die Schließung der Hanauer Atombetriebe sei ein wichtiger Schritt gewesen, den die vielen Aktiven der ersten Stunde nur gemeinsam hätten bewältigen können, gibt Diez das Lob für seine Arbeit an die Mitstreiter weiter, die teilweise von Anfang an Seite an Seite mit dem 74-Jährigen demonstriert, informiert und geklagt haben und am Dienstag mit im feierten.

Bescheidener Kämpfer

Doch es sei noch nicht vorbei: Solange noch Atommüll auf zwei Halden auf dem Hanauer Gelände lagere, gelte es, sich weiter für eine atomfreie Region zu engagieren. Frühestens 2030 soll der Müll laut Diez in den Schacht Konrad nach Salzgitter gebracht werden. Auf seine bescheidene Art appelliert er auch bei der Feier an die Fähigkeit jedes Einzelnen, zur Energiewende beizutragen: Er habe damals den ersten Antrag zur Förderung von privaten Solaranlagen bei den Stadtwerken Hanau gestellt. „Jeder kann selbst etwas dazu beitragen, dass sich die erneuerbaren Energien etablieren!“

Die Ausstellung „Fukushima, Tschernobyl und wir“ erzählt auf 15 Plakaten im Hanauer Stadtladen am Marktplatz bis zum 30. Mai von den Fakten und Folgen der beiden schlimmsten Reaktorunfälle der Geschichte. Die Schau ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Stadtladens geöffnet, der Eintritt ist frei.

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