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Main-Kinzig Kaufen statt mieten

Die Kommunen erwerben verstärkt Immobilien zur Flüchtlingsunterbringung. Wie in Nidderau denkt man auch in Erlensee daran, die Gebäude als Eigentümerin langfristig als potenziellen bezahlbaren Wohnraum für Einheimische vorzuhalten.

Sie sind die ständigen Aufrufe „Wohnraum für Flüchtlinge gesucht“ leid: Manche Kommunen im Kreis setzen inzwischen verstärkt auf den Kauf von Immobilien, um die ihnen zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Sie wollen damit zudem weiter vermeiden, Bürgerhäuser oder Sporthallen in Beschlag nehmen zu müssen. Zudem wird nach wie vor auf die dezentrale Unterbringung in Wohnungen gesetzt, die auch erklärtes Ziel der Main-Kinzig-Kreisspitze ist.

So hat das Nidderauer Stadtparlament im Dezember beschlossen, drei Objekte im Stadtgebiet für insgesamt 800 000 Euro für Flüchtlinge anzukaufen.

Welche das sind und wo, will Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) noch nicht sagen, „um ungebetene Besucher im Vorfeld“ zu vermeiden. Zudem sei es noch nicht notariell. Und man wolle in Nidderau die Wohncontainer, wie etwa am Jugendzentrum Blaues Haus möglichst schnell wieder loswerden, um die Menschen ordentlich unterzubringen.

Auch plant Nidderau den Bau günstigen Wohnraums in Modulbauweise, der langfristig günstiger Wohnraum auch für Einheimische sein soll.

Bezahlbares Wohnen für alle

„Wir haben den privaten Wohnungsmarkt leidlich abgeklappert, der ist wie leergefegt“, berichtet Stefan Erb (SPD), Rathauschef in Erlensee. Deshalb habe die Stadt inzwischen ein Haus für 290 000 Euro sowie zwei Eigentumswohnungen für je 65 000 Euro erworben. Zwei weitere Objekte habe sie bereits im Auge. „Natürlich gucken wir uns jetzt verstärkt nach Immobilien um, die wir kaufen können, Leerstände oder auch Unansehnlichkeiten.“ Dadurch verschaffe sich die Stadt wieder mehr Spielraum.

Wie in Nidderau denke man auch in Erlensee daran, die Gebäude als Eigentümerin langfristig als potenziellen bezahlbaren Wohnraum für Einheimische vorzuhalten. Dann könne die Stadt die Mieten am Mietspiegel orientiert bestimmen und habe das Belegungsrecht. Denn nicht nur Flüchtlinge seien im Kreis auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum.

„Wir haben zwar noch nichts gekauft, gucken uns aber um“, berichtet Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach (CDU). „Wir müssen alles probieren, es ist halt eine Frage des Preises. Wenn sich etwas anbietet, greifen wir sofort zu.“

Schöneck will zugreifen: Das Gemeindeparlament hat jüngst beschlossen, das Areal des „Nahkauf“ in Büdesheim zu erwerben. „Wir müssen ja handlungsfähig bleiben“, sagt Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) „und sind auf der Hut, wenn sich etwas bietet.“

Die Stadt Maintal hat bislang keine Immobilien gekauft und plant es derzeit auch nicht.

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