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Main-Kinzig Grundschule in Jossa droht Schließung

Mit einem Verbundschulmodell können nahezu alle gefährdeten Dorfschulen im Bergwinkel vor einer Schließung im Sommer 2013 bewahrt werden. Der Mediator hat nur die Grundschule in Jossa weiter auf der Streichliste.

08.11.2012 10:11
Jörg Andersson
Vorerst gerettet scheint auch die Kerbersdorfer Grundschule (hier ein Blick in ihr Schulmuseum). Foto: Renate Hoyer

Mit einem Verbundschulmodell können nahezu alle gefährdeten Dorfschulen im Bergwinkel vor einer Schließung im Sommer 2013 bewahrt werden. Der Mediator hat nur die Grundschule in Jossa weiter auf der Streichliste.

Nach einem fünfmonatigen Mediationsprozess hat Eberhardt Luft am Mittwoch ein „genehmigungsfähiges“ Modell vorgelegt, das in anderen Regionen bereits greift.

Danach würden die kleinen, zumeist einzügigen Schulen, als Außenstandort geführt, die für eine Lehrerzuweisung aus dem Kultusministerium nicht mehr an die Mindestzahl von 13 Kindern gebunden wären. Die Grundschule in Kerbersdorf beispielsweise würde dann nicht mehr eigenständig mit aktuell 19 Mädchen und Jungen gelistet, sondern zählte im Verbund mit der Unterrichtsstätte Romsthal 79 Schüler.

Im Verbundschulmodell werden der Personaleinsatz und das pädagogische Gesamtkonzept zentral festgelegt. Projektunterricht oder auch Arbeitsgemeinschaften werden standortübergreifend zusammengestellt. Es gibt einen zentralen Schulelternbeirat. Die Schule selbst entscheidet über die Klassenbildung und in der Konsequenz auch über einen Unterrichtsstandort, erläuterte Luft. Fixiert würde auch, dass die Kinder im Laufe ihrer Grundschulzeit nicht nur einen Lehrer als Bezugsperson erlebten.

Kosten nicht im Vordergrund

Sein Vorschlag zur künftigen Gestaltung der Grundschullandschaft folge dem Ansatz, die Situation zu befrieden. Tatsächlich bestehe angesichts des rapiden Schülerrückgangs ein Handlungsbedarf in der Region. Als problematisch erachtet Luft, dass der Kreis als Schulträger lange den Eindruck erweckt habe, es könne alles beim Alten bleiben und dann wiederum die Betroffenen nicht in den Entwicklungsprozess einbezogen habe.

Die kleine Dorfschulstruktur hat ihren Preis. So summieren sich für den Kreis bei einem Schüler in Hintersteinau die Kosten im Jahresmittelwert auf 730 Euro, in Sannerz liegen sie mit 2130 Euro sogar dreimal so hoch. Auch wenn man die Kosten nicht aus dem Auge verloren habe, stehe bei dem Verbundschulmodell allerdings der pädagogische Aspekt im Vordergrund. Luft: „Größere Systeme bieten klare Vorteile.“

An Lufts Seite erklärte Hochschullehrer Karlheinz Burk, dass die geplanten Verbundschulen einen Übergang ermöglichten, auf Dauer aber auch zu klein seien. Ulrich Pohl, beim Land lange Referent für Schulentwicklung, betonte, irgendwann werde die Frage aufkommen, wie viele Standorte man sich leisten kann. Die Entscheidung werde dann aber in der Schule und nicht vom Kreistag oder in Wiesbaden getroffen.

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