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Love Family Park Hanau Partygelände soll kein Schutzgebiet sein

Die Stadt will beim Regierungspräsidium beantragen, das Veranstaltungsgelände des Hanauer Love Family Parks in den Mainwiesen aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. So soll die Technofete in Hanau gehalten werden.

Der Love Family Park Anfang Juli auf den Mainwiesen. Foto: Monika Müller

Die Stadt will beim Regierungspräsidium beantragen, das Veranstaltungsgelände des Hanauer Love Family Parks in den Mainwiesen aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. So soll die Technofete in Hanau gehalten werden.

Es wäre das letzte Mittel, den Love Family Park an seinem Standort zu halten: Um das Technofestival für Hanau zu sichern, hat der Magistrat gestern beschlossen, beim Regierungspräsidium Darmstadt die Herausnahme des Veranstaltungsgeländes in Großauheim aus dem Landschaftsschutzgebiet „Hessische Mainauen“ zu beantragen.

Die Initiative dazu kam von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), am 24. Januar soll zunächst der Ortsbeirat Großauheim/Wolfgang über den Vorstoß beraten und am Montag, 28. Januar, die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Im Magistrat waren indes nicht alle davon überzeugt; nach FR-Informationen soll sich ein ehrenamtlicher Stadtrat enthalten haben.

Die Situation rund um den Standort des Love Family Parks hatte sich im November zugespitzt, nachdem ein Gutachten zu den Auswirkungen des Festivals „langfristig negative und schwer wieder herstellbare Veränderungenen an der Fauna und Flora“ konstatiert hatte. Bislang musste für die eintägige Mega-Party, die alljährlich bis zu 20000 Besucher anzieht, jedes Mal aufs Neue eine Genehmigung bei der Oberen Naturschutzbehörde – sie ist beim Regierungspräsidium angesiedelt – eingeholt werden.

Ziel der Stadt war es zunächst, für den Veranstalter Cosmopop eine dauerhafte Genehmigung zu erlangen. Das sieht Oberbürgermeister Kaminsky vor dem Hintergrund der Naturschutz-Expertise inzwischen aber als „unwahrscheinlich“ an: „Unser einziger Weg, das renommierte Technofestival dauerhaft in Hanau zu halten und dem Veranstalter endlich Planungssicherheit zu geben, ist das Herauslösen der fünf Hektar großen Veranstaltungsfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet.“ Das entspreche in etwa 0,2 Prozent der „Hessischen Mainauen“, die mit 2575 Hektar zu den 20 großen Landschaftsschutzgebieten in Hessen gehören.

Den Standort zu wechseln, käme hingegen nicht in Frage. Es gebe keine Alternative, sagt Kaminsky, da die Mainwiesen „unsere hohen Sicherheitsstandards erfüllen“ und „so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar“ seien. Bereits 2011 beschäftigten sich Polizei, Feuerwehr, DRK und Ordnungsamt mit Ausweichflächen und bemängelten überall etwas. Die Fläche will die Stadt auch in Zukunft nur an den Love Family Park vergeben, um die Aue „weitgehend zu schützen“, so Kaminsky. An den Auflagen werde deshalb „nicht gerüttelt“.

Umweltdezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP) wäre eine dauerhafte Genehmigung mit einer ständigen Untersuchung der Folgen lieber gewesen, sagte er der FR. Er hofft, dass es doch noch zu dieser Lösung kommt „und wir das Schutzgebiet nicht umwandeln müssen“. Interessant wird auch sein, wie sich die Grünen im Parlament verhalten. Die Fraktion werde heute darüber beraten, sagt die Stadtverordnete Monika Nickel. „Wir befürworten die Veranstaltung, bedauern aber auch, dass das Landschafsschutzgebiet dafür aufgegeben werden muss und hoffen, dass der Veranstalter alles unternimmt, um Fauna und Flora zu schützen.“

Die Grünen-Abweichler der Alternativen Fraktion indes zürnen. Sie werten das Vorgehen als „Verzweiflungsschlag“ Kaminskys, „um sich die Gunst der Jugendlichen zu sichern“, so Sascha Feldes und Christa Martin. Die Raver hätten auf den Mainwiesen ihren Spaß „am falschen Ort“. Uneingeschränkte Freude herrscht bei der Initiative „Save the Park 2012“. „Wir waren schon länger davon überzeugt, dass eine Herausnahme aus dem Landschaftsschutz der einzig gangbare Weg ist“, sagt Sprecher Bastian Zander (CDU).

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