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Langenselbold IG Metall liegt mit Magistrat im Clinch

Thermo Fisher spendet 500.000 Euro für einen Kita-Bau in Langenselbold. Doch auf Kritik stößt die Entscheidung des Unternehmens, 101 Jobs ins Ausland zu verlagern.

Bürgermeister Jörg Muth (CDU) hat sich den Zorn der Gewerkschaft IG Metall (IGM) zugezogen, dabei hatte der es für seine Stadt nur gut gemeint. Muth hatte mit dem Laborgeräteherstellers Thermo Fisher Gespräche über die Gewerbesteuerausschüttung geführt, denn Langenselbold schuldete dem Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro zu viel gezahlte Steuer. Zudem es ging darum, wie kommt die hoch verschuldete Kleinstadt wenigsten um den Rückerstattungszins in Höhe von 500 000 Euro. Die Lösung fand sich darin, dass Thermo das Geld für einen Kita-Bau spendet.

So weit ist die Geschichte gut, nicht gut ist hingegen, dass das Unternehmen bis Juni 2019 gut 100 Jobs nach Schottland und Ungarn verlagert. „Mit großem Entsetzen und Unverständnis wurde vom Thermo-Betriebsrat und der IG Metall Hanau-Fulda zur Kenntnis genommen, dass sich Bürgermeister Muth, gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Langenselbold nun zum Steigbügelhalter der Konzernentscheidung gemacht hat“, notiert Robert Weißenbrunner, 1. Bevollmächtigter der IGM Hanau-Fulda. „Der Bürgermeister und der Magistrat von Langenselbold wechseln für 500 000 Euro die Seiten“ heiße es nun in der Thermo-Belegschaft.

Statt sich auf die Seiten des parteiübergreifenden Bündnisses aus Kommunal- und Landespolitikern zu stellen, habe Muth und der Magistrat sich vom Thermo-Konzern öffentlich vor den Karren spannen lassen, so Weißenbrunner. Auch würden sich Betriebsrat und IGM anders als die Stadt nicht mit einer mündliches Zusage zur Standort- und Jobsicherung abspeisen lassen. „Die eigentliche Auseinandersetzung beginnt erst jetzt“, kündigt Weißenbrunner an.

Über die Reaktion der IG Metall äußert sich der Bürgermeister erstaunt. „Wir stehen auf die Seite der Beschäftigten und sie haben auch unser Mitgefühl, sagt Muth der FR auf Anfrage. „Ich habe in den Gesprächen nur im Interesse der Stadt verhandelt, und mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, sagt er. Die 101 Stellen sind weg, das ist eine wirtschaftliche Entscheidung von Thermo Fisher, daran ist nichts mehr zurückzudrehen, so Muth.

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