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Immobilien Verkaufsstart auf Pioneer-Areal in Hanau

Auf dem ehemaligen Militärgelände sollen in Hanau Eigentumswohnungen unter dem Marktpreis entstehen. Eine Sozialquote soll es nicht geben.

Pioneer Park
Interessierte können sich eine Musterwohnung anschauen. Foto: Rolf Oeser

Der Verkauf der ersten Wohnungen, die im neuen Viertel „Pioneer Park“ in Hanau-Wolfgang entstehen, hat begonnen. Seit Montag bietet die Sparkasse Hanau die 372 kernsanierten Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen an, die sich im Bereich Triangle Housing der früheren Kaserne befinden. Die drei- und viergeschossigen Häuser gehören der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Hessen-Hanau, an der die städtische Bauprojekt GmbH zehn Prozent hält, die private DSK/BIG-Gruppe 90 Prozent. Laut LEG-Geschäftsführer Marc Weinstock liegen die Preise deutlich unter dem Marktniveau. Dieses schätzt er auf mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung in Hanau.

Gut 50 Prozent der Immobilien in Triangle Housing kosten den Angaben zufolge zwischen 2000 und 2200 Euro pro Quadratmeter. Für die barrierefreien Wohnungen im obersten Geschoss, bei denen der Umbau aufwendiger sei, soll der Quadratmeterpreis etwa 2500 Euro betragen. Weinstock spricht von „bezahlbarem Wohnen im Eigentum“ für Normalverdiener. Das Angebot richte sich an Eigennutzer, nicht an Spekulanten.

Eigenkapital nicht zwingend nötig

Die Idee sei: Für Zins und Tilgung sollen die Bewohner pro Monat nicht mehr ausgeben müssen als für eine vergleichbare Mietwohnung. Die Sparkasse ermögliche dies durch „attraktive Finanzierungsangebote“, sagt ihr Vorstandsvorsitzender Ingo Wiedemeier. Wer zum Beispiel ein Nettodarlehen von 220.000 Euro brauche und 15.000 Euro Eigenkapital mitbringe, zahle bei einer Zinsbindung von zehn Jahren einen effektiven Jahreszins von 1,54 Prozent. Eigenkapital sei nicht zwingend notwendig, so Wiedemeier, gleichwohl müsse das Einkommen hoch genug sein. Als monatliche Rate würden dann 831 Euro fällig, bei einer Tilgung von drei Prozent pro Jahr.

Nach Ansicht von OB Claus Kaminsky (SPD) kommt die LEG Hessen-Hanau mit dem Angebot ihrer sozialen Verantwortung sehr gut nach. Sie verzichte dabei auf hohe Erlöse. Weinstock schätzt, dass die LEG bei einem Verkauf zum Marktpreis 20 Millionen Euro mehr hätte einnehmen können. Die angegebenen Preise „nah am Selbstkostenpreis“ seien auch deshalb möglich, weil die Häuser in einem guten Zustand gewesen seien und die DSK/BIG-Gruppe in der Lage sei, selbst zu bauen und zu sanieren.

Allerdings verzichten Stadt und LEG im Gegenzug auf dem gesamten Areal – wo bis zu 1600 Wohneinheiten geplant sind, vom großen Einfamilienhaus bis zum Geschosswohnungsbau – auf eine Quote für geförderten Wohnraum.

„Strahlkraft ins gesamte Rhein-Main-Gebiet“

Kaminsky sagt, das gesamte Projekt auf dem rund 50 Hektar großen Areal werde „Strahlkraft ins gesamte Rhein-Main-Gebiet entfalten und darüber hinaus“. Ein vielfältiges,Quartier der Zukunft sei das Ziel, für unterschiedliche Alters- und Einkommensgruppen. Die Einheiten in Triangle Housing sollen unter anderem mit großen Wohn-Ess-Bereichen, neuen Einbauküchen sowie Tageslichtbädern ausgestattet werden und über Glasfaserkabel schnelles Internet bieten.

Ein Problem ist die Nähe der Häuser zu viel befahrenen Straßen. Deshalb wird wohl eine Lärmschutzwand gebaut, zudem sollen neue Fenster die Geräusche dämpfen. Die Herausforderung Lärm sei bewältigt, sagt der zweite LEG-Geschäftsführer Martin Bieberle. Die LEG arbeite eng mit der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Regierungspräsidium Darmstadt, zusammen. Der ersten gut 40 Wohnungen sollen den Käufern im zweiten Quartal 2019 übergeben werden.

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