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Hasselroth Büffel grasen auf Sanddüne

Seltenes Biotop wird wiederbelebt.

30.08.2012 23:03
Jörg Andersson

Das Kleinod versteckt sich unter einer grünen Gehölzdecke. Zwischen Feuchtwiesen, Röhricht und Schilf liegt kaum sichtbar eine Flugsanddüne.

Um das mehr als 10000 Jahre alte Relikt der letzten Eiszeit als Biotop zu retten, kreischen seit dieser Woche die Motorsägen im „Hässeler Weiher von Neuenhaßlau“. In Abstimmung mit Gemeinde und Naturschützern hat sich Hessen-Forst nach langen Diskussionen zu einem Kraftakt durchgerungen, der in den nächsten Tagen eine kleine Herde nach sich ziehen wird. Wie in Erlensee sollen Wasserbüffel bei der Regeneration wertvoller Landschaften helfen. Sechs Tiere, so ist es geplant, beweiden das Naturschutzgebiet künftig so, dass Baumarten wie Zitterpappeln abgefressen werden, bevor sie austreiben.

„Die nährstoffarmen Sandmagerrasen sind wichtige Lebensräume“, weiß Gebietsbetreuer Günter Hunold. Von seltenen Zauneidechsen bis zu Sandlaufkäfern haben sich eine Reihe von Arten auf solche Ex-tremstandorte angepasst. Das Problem: Auf der über Jahre und Jahrzehnte zugewachsenen Flugsanddüne vermochten sich die bedrohten Insektenarten und Reptilien nicht mehr zu behaupten. Nun soll das neue, mit der Oberen Naturschutzbehörde abgestimmte Pflegekonzept Bewuchs und damit Schattenwurf auf der Düne dauerhaft stoppen, um womöglich auch vom Aussterben bedrohten Rote-Liste-Arten neuen Lebensraum zu bieten. Nach den Erfahrungen in Erlensee bieten schon die kleinen Vertiefungen, die die Tiere durch ihre Fußabdrücke hinterlassen, „seltenen Arten ein ideales Keimbett“, notiert Hunold. Im Naturschutz- und FFH-Gebiet „Weideswiesen-Oberwald“ haben sich in den kleinen Wasserpfützen binnen kürzester Zeit schon Rückenschwimmer und Libellen niedergelassen.

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