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Hanau Streit um neues Baugebiet

Der Bauträger Bien Ries und die Projektentwickler von Terramag wollen in Mittelbuchen Nordwest ein neues Baugebiet mit etwa 105 Wohneinheiten schaffen. Anwohner haben Bedenken, vor allem weil die Infrastruktur des Stadtteils nicht für ein weiteres Bauprojekt ausreiche.

Claus Kaminsky (SPD) versuchte zu beschwichtigen: Die Stadt werde die Hinweise der Anwohner berücksichtigen, sagte der OB am Montag im Stadtparlament. Bei der Planung, deren Dauer er auf neun bis zwölf Monate schätzt, würden die Bürger beteiligt und Gutachten erstellt, um mögliche Probleme beim geplanten Neubaugebiet „Mittelbuchen Nordwest – Vor dem Lützelberg“ zu erkennen und zu lösen. Kaminsky betonte jedoch, dass er keine Hürden sehe, die das Projekt verhindern könnten. Und dass das Ergebnis womöglich „nicht jedem schmeckt“. Aber die Siedlung sei wichtig, so Kaminsky. Sie könnte der Stadt mehr Wohnraum bieten, „qualitatives Wachstum“ ermöglichen und damit höhere Einnahmen. Zudem würde sich der Stadtteil samt Infrastruktur weiterentwickeln.

Das Parlament hat dem Start des sogenannten Satzungsverfahrens zugestimmt und somit das Bauprojekt zwischen Oberdorfelder Straße und Höhenstraße auf den Weg gebracht. Zuvor hatte sich der Ortsbeirat – nach deutlichen Einwänden von Anwohnern und einer zum Teil hitzigen Diskussion – dagegen ausgesprochen. Nur die SPD stimmte dafür.

Der Bauträger Bien Ries und die Projektentwickler von Terramag planen auf dem Areal etwa 105 Wohneinheiten, darunter insgesamt 80 Reihenhäuser, freistehende Häuser und Doppelhaushälften sowie 25 Eigentumswohnungen. Alle Objekte sollen schlüsselfertig angeboten werden, die Energieversorgung soll über ein Blockheizkraftwerk laufen. Den Preis der Einfamilienhäuser mit 240 Quadratmetern Wohnfläche schätzt Geschäftsführer Wolfgang Ries auf 550 000 Euro, den der Reihenhäuser mit 140 Quadratmetern auf 350 000 Euro. Den Quadratmeterpreis in den Eigentumswohnungen beziffert er auf 2800 Euro.

Mängel bei Infrastruktur

Ries kündigt an, neben den vorgeschriebenen zwei Parkplätzen pro Haus und eineinhalb Parkplätzen pro Wohnung etwa 20 bis 30 Besucherparkplätze zu schaffen. Sollten Gutachter beispielsweise zu der Erkenntnis kommen, dass Straßen etwas breiter gebaut werden müssten, werde man entsprechend reagieren. Es sei ihm wichtig, die Befürchtungen der Bürger auszuräumen, sagt Ries.

Das geplante Neubaugebiet grenzt an das bereits bestehende Neubaugebiet Mittelbuchen West. Vor allem, aber nicht nur dort gibt es Bedenken. Neben einer „dichten Bebauung“ in Nordwest kritisiert Birgit Mutz von der Mittelbuchener Alternativen Liste (MAL), dass es nur zwei Zufahrtstraßen gibt, „die auch noch aus einer einzigen schmalen Straße mit einer 90-Grad-Kurve kommen“. Die Infrastruktur in Mittelbuchen könne dem neuen Zuzug kaum gerecht werden, sagt Mutz. Es fehle an Kindergartenplätzen und Betreuungsplätzen in der Grundschule. Außerdem gibt es nur eine Arztpraxis, einen Netto-Markt, einen Metzger, keine Jugendeinrichtung und „keine ausreichende Busverbindung“.

Petra Höfels (CDU) teilt die Kritik. Sie sagt, sie sei nicht grundsätzlich gegen das Projekt, lehne es aber unter den aktuellen Bedingungen ab. Die Straßen seien zu schmal, der Parkraum zu knapp. Es sei mit Staus und Behinderungen zu rechnen. Dass die Bürger ein echtes Mitspracherecht bekommen und die Stadt die richtigen Schlüsse daraus zieht, nennt sie als Grundvoraussetzung für das Projekt.

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