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Hanau Sauber und leise

Der Ladestellenausbau soll forciert werden. Das wurde beim ersten Tag der E-Mobilität deutlich.

Hanauer E-Mobilitätstag
Es gibt viele Informationen zur klimaschonenden Mobilität. Foto: Rolf Oeser

Anja Zeller hat ein klares Ziel vor Augen: „Ich will die Welt leiser und sauberer machen.“ Und da man irgendwo anfangen muss, soll es in Hanau losgehen. Zeller leitet die städtische Stabsstelle Nachhaltige Strategien. In Kooperation mit den Stadtwerken Hanau (SWH), der Hanauer Straßenbahn und dem Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service hat sie am Samstag auf dem Freiheitsplatz im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche den ersten „Hanauer E-Mobilitätstag“ ausgerichtet. Anbieter von stromgespeisten Fahrzeugen mit zwei bis vier Rädern waren zugegen, damit sich Interessenten nicht nur aus Prospekten ein Bild vom Angebot machen konnten.

Der Hingucker unter den E-Autos ist der BMW i3, den die SWH als Firmenwagen im Fuhrpark nutzen. Nur der Neupreis bringt skeptische Gesichtszüge hervor. Mindestens 35 000 Euro sind hinzulegen, um das leicht futuristische Fahrzeug der Kompaktwagenklasse sein Eigen zu nennen. Der VW e-Golf daneben steht ihm im Preis nicht nach. „Die Stadtwerke bezahlen eine günstige Leasing-Rate, wie für einen normalen PKW“, räumt SHW-Geschäftsführer Steffen Maiwald ein. Es ist binnen drei Jahre der zweite i3. Beim ersten Wagen war der Akku zu schwach. Der SHW-Chef berichtet von einer flotten Fahrt Hanau-Gelnhausen mit eingeschalteter Klimaanlage, der Rückweg sei unklimatisiert und unter zwangsgedrosselter Motorleistung verlaufen.

Die systemtypische Reichweitenschwäche sei mit der zweiten Generation geringer geworden. Seit zwei Jahren zeigten der BMW und nun der VW ihre Alltagstauglichkeit, zumeist jedoch auf der Kurzstrecke. Dass die Akzeptanz der E-Mobilität auch vom Ausbau der Infrastruktur abhängt, ist von Zeller und Maiwald nicht nur erkannt, sondern wird derzeit konkret angegangen. Es geht um die Installation von Ladestationen im öffentlichen Raum, auf Betriebsparkplätzen und an Privathäusern.

Bei öffentlichen Ladepunkten solle die Nachfrage das Ausbautempo bestimmen, so Maiwald. „Wir müssen hierbei eine Lösung finden, wie und wo Parkplätze mit Ladestation reserviert werden können“, sagt Zeller. „Ich glaube an die E-Mobilität, weil man das Fahrzeug auch zu Hause laden kann.“ Zeller wurde im Juni zur „E-Lotsin“ der Stadt Hanau berufen.

Die SWH glauben als Stromlieferant naturgemäß an das E-Auto. Sie haben dieser Tage die Ladekarte mit verschiedenen Tarifen herausgebracht, die bundesweit genutzt werden kann. Allerdings gibt es ab Oktober in Hanau an den rund 40 öffentlichen Ladestellen nicht mehr kostenlos Strom.

Für die zwei älteren Herren, die sich am Stand eines Fahrradhändlers umschauen, ist E-Mobilität seit Jahren ein Thema. „Mit dem Pedelec habe ich super Erfahrungen gemacht“, sagt der Wolfgänger. „Das Fahren am Berg und bei Gegenwind ist entspannter.“

Seit 40 Jahren unternimmt er Radtouren mit seiner Frau bis nach Rom. Der andere Mann aus Großauheim nutzt sein Pedelec hingegen im Alltag. „In fünf Jahren sind rund 22 000 Kilometer zusammengekommen“, sagt er.

www.stadtwerke-hanau.de

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