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Hanau Rechte Musik zieht Junge an

Im Main-Kinzig-Kreis hat nicht nur die NPD verhältnismäßig hohe Wahlergebnisse erzielt, es exisitiert auch eine Gruppe der Nationalen Sozialisten. Eine erste Diskussion darüber stieß der DGB mit dem Film „Blut muss fließen“an. Dort geht es um die Rechtsrock-Szene.

„Ich habe eine Heidenangst“, sagt eine alte Frau. Sie hatte am Mittwochabend zusammen mit 150 Menschen im Hanauer Kinopolis den Dokumentarfilm „Blut muss fließen“ gesehen. Darin nehmen die Macher die Zuschauer mit auf eine erschreckende Reise durch die Deutschrock-Szene in Deutschland, Italien, Österreich und anderen Ländern. Mit versteckter Kamera filmten sie illegale und legale Konzerte, auf denen verbotene und antisemitische Texte samt Hitler-Gruß gebrüllt wurden. Solches Gedankengut gebe es noch immer in den Köpfen einiger Menschen ihrer Generation, sagte die Frau, die kurz vor dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde und sich erinnern kann, „wie auf Hanau die Bomben fielen“.

Die Filmvorführung samt Diskussion mit dem Produzenten Peter Ohlendorf hatte die DGB-Jugend zusammen mit dem Bündnis für Vielfalt, den Jusos und türkischen Didf-Jugend organisiert. Das Bündnis für Vielfalt hatte sich Ende 2013 gegründet, nachdem die NPD zuvor dreimal in Hanau aufmarschiert war.

Jusos sehen NPD-Hochburg

Zwar ist der NPD-Kreistagsabgeordnete und Maintaler Geschäftsmann Werner Hilpert vor einem Jahr aus der NPD ausgetreten und bildet jetzt mit Bert-Rüdiger Förster die Fraktion der rechtsextremen Republikaner. Doch das bedeutet nicht, dass rechtsextreme Parteien im Main-Kinzig-Kreis geschwächt sind. Im Gegenteil, schreiben die Jusos auf einem Flugblatt, das sie verteilten: „Der Main-Kinzig-Kreis ist eine NPD-Hochburg.“ Bei der Bundestagswahl im September 2013 erreichte die NPD ihr bestes Hessen-Ergebnis im Wahlkreis Main-Kinzig - Wetterau II - Schotten. Und zusammen mit der Landtagswahl bekamen die Neonazis in Hessen „größten relativen Stimmenzuwachs“ im Main-Kinzig-Kreis.

Nach dem Film wies ein Zuschauer darauf hin, dass die „Nationalen Sozialisten“ im Kreis „eine sehr aktive Gruppe“ haben und dies offen auf ihrer Facebook-Seite zeigten. Dort schreibt nicht nur der ehemalige NPD-Mann Hilpert. Auch Musik spielt eine Rolle. So heißt es neben einem Bild: „Kameradschaftliches Foto mit Luni in Hessen, im Anschluss an einen NPD-Liederabend.“ Hinter „Luni“ verbirgt sich der ehemalige und verurteilte Sänger der Rechtsrock-Band Landser, die 2003 zur kriminellen Vereinigung erklärt wurde.

„Rechtsrock wird bewusst benutzt, um junge Leute zu ködern“, sagte Sascha Schmidt von der DGB-Jugend Südhessen, der das Netzwerk für Demokratie und Courage in Hessen koordiniert. In fast jeder Klasse gebe es Jugendliche, die die Musik von Bands wie Landser kennen würden, sagte Tobias Huth, Jugendreferent beim DGB in Hanau.

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