Lade Inhalte...

Hanau Pfadfinder sind beliebt

Pfadfinder haben Zulauf. Das berichteten die Pfadfinder vom Stamm St. Paul in Hanau-Großauheim, die am Wochenende Weihnachtsbäume verkauften. Bloß die langen Schulzeiten bereiteten Probleme.

10.12.2012 11:24
Nikolas Sohn
Schwerstarbeit: Tobias Koch (links) und Francesco Soravia verpacken einen Weihnachtsbaum. Foto: ROLF OESER

Pfadfinder haben Zulauf. Das berichteten die Pfadfinder vom Stamm St. Paul in Hanau-Großauheim, die am Wochenende Weihnachtsbäume verkauften. Bloß die langen Schulzeiten bereiteten Probleme.

Die Weihnachtsbäume müssen alle ins Netz. 94 frisch geschlagene Fichten und Nordmanntannen aus dem Spessart sollen durch den Blechtrichter wandern, um genau zu sein. Unter einem Topf mit Glühwein entzündet Pfadfinder Tobias Koch ein Feuer. Bei klirrender Kälte erfüllt eine Handvoll weiterer Pfadfinder neben dem alten Pfarrhaus an der Jakobus-Kirche die Wünsche der Großauheimer Kunden.

Seit gut 20 Jahren finden die Tannenbäume in der Vorweihnachtszeit reißenden Absatz. Doch noch bis zum Ende des Jahres geht es richtig hektisch zu beim Großauheimer Pfadfinder-Stamm St. Paul. Der Verkauf der Weihnachtsbäume, den die älteren organisieren, bildet dabei nur den Auftakt für weitere Aktionen rund um den Großauheimer Weihnachtsmarkt, die Waldweihnacht und das Winterlager.

„Die Einnahmen kommen der Kasse unseres Stammes zugute“, sagt Kuratin Andrea Weitzel, „zum Beispiel für das im Sommer 2013 geplante Stammeslager in der Schweiz oder den Austausch mit einem Pfadfinderstamm bei Posen in Polen.“ Als Kuratin ist sie für die religiösen Impulse bei den katholischen Pfadfindern zuständig. Der Großauheimer Stamm St. Paul gehört zur „Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg“.

40 Kinder und Jugendliche kommen regelmäßig zum Pfadfinderstamm, der im Mai dieses Jahr sein 80-jähriges Jubiläum feierte. Über mangelnden Zulauf können sich die Pfadfinder nicht beklagen: Sie verzeichneten innerhalb der vergangenen vier Jahre 25 Neuzugänge, zumeist Jungen, aber auch drei Mädchen. Diese konnten sich mit den nicht immer zarten Gepflogenheiten innerhalb der Jugendbewegung anfreunden. „Vor gut zehn Jahren hatten wir deutlich weniger Nachwuchs“, sagt Vorstand Eric Kurzschenkel. Doch jetzt gebe es beinahe täglich Gruppenstunden, öfter als zuvor. „Das haben wir so noch nie gehabt.“ Einziges Manko seien die langen Unterrichtszeiten der Jugendlichen in der Schule, teilweise bis 17 Uhr.

„Pfadfinder sind wieder gefragt“, sagt Kurzschenkel. Auch über 21-Jährige, die eigentlich zu alt für das Pfadfindertum sind, halten St. Paul weiterhin die Zeltstange. „Die Älteren haben eine richtiggehend emotionale Bindung an das alte Pfarrhaus.“

´Die St. Paulianer verbinden gekonnt Tradition und Moderne. Sie nutzen die neuen Medien gezielt. Bei Teamleitersitzungen werden mittlerweile die Laptops aufgeklappt, es gibt zudem DVD-Abende mit Pizza. „Wenn wir die Kinder gleich nach einem Sommercamp fragen, was sie denn jetzt zu tun gedenken, bekommen wir zwei Antworten: Ein Bad nehmen und den Rechner anmachen“, sagt Weitzel. Doch noch immer stehen Fertigkeiten wie Zeltbau, Knoten knüpfen und Feuermachen im Mittelpunkt des pfadfinderischen Treibens, ebenso Auf-Fahrt-Gehen und Sommerlager.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum