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Hanau Noch keine Spur zu Vergewaltiger

Nach der Vergewaltigung einer Frau und weiteren Angriffen in der Hanauer Innenstadt fühlt sich ein Teil der Bürger unsicher. „Jede Gewalttat ist eine zu viel“, sagt OB Claus Kaminsky.

Symbolfoto Polizei
Polizei im Einsatz (Symbolfoto). Foto: dpa

Nach der Vergewaltigung einer Frau und den Attacken auf zwei weitere Frauen in Hanau fahnden Polizei und Staatsanwaltschaft weiter nach dem mutmaßlichen Täter. Nachdem ein Phantombild veröffentlicht worden war, gingen nach Angaben von Polizeisprecher Rudi Neu mehr als 30 Hinweise ein, aus Hanau, aber auch aus Stuttgart und Wiesbaden. Eine heiße Spur gebe es bislang nicht. Eine Hinweisgeberin sei sicher gewesen, den Gesuchten zu kennen. Ermittlungen hätten jedoch ergeben, dass der Mann als Täter nicht infrage komme, sagt Neu.

Am vorvergangenen Montagnachmittag war eine 23-Jährige im Treppenhaus eines Hauses, in dem sich eine Arztpraxis befindet, vergewaltigt worden. Wahrscheinlich hatte sich der 25 bis 35 Jahre alte, 1,80 Meter bis 1,85 Meter große, schwarzhaarige Mann unter einem Vorwand Zutritt verschafft. Nachbarn hörten offenbar etwas, reagierten aber nicht, weil sie die Schreie der Frau einem Kind zugeordnet hätten. 

Am Morgen waren bereits zwei Frauen angegriffen und verletzt worden. Zudem wurde eine Bäckereimitarbeiterin auf dem Weg zur Arbeit von einem Unbekannten verfolgt und konnte gerade noch die Glastür des Ladens vor ihm schließen. Laut Ermittlern deutet einiges darauf hin, dass derselbe Mann für alle Taten verantwortlich ist.

Derweil wird heftig über die Sicherheit in der 100 000-Einwohner-Stadt debattiert, auch weil es kürzlich zu mehreren Messerattacken gekommen war. Zuletzt hatte ein aus Syrien stammender 35-Jähriger seinen Schwager angefahren und ihm dann in den Bauch gestochen.

AfD will Profit schlagen

Ein Teil der Bürger fühlt sich unsicher. Die AfD versucht, aus den Vorfällen Profit zu schlagen und rief zu einer sogenannten Mahnwache auf. In sozialen Netzwerken fordern manche Lynchjustiz und hetzen gegen Geflüchtete. Oberstaatsanwalt Dominik Mies mahnt zur Besonnenheit: „Die Sicherheitslage hat sich nicht verschlechtert.“ Die Messerangriffe seien nach Beziehungskonflikten erfolgt, kein Unbeteiligter sei zu Schaden gekommen. Ähnlich äußert sich Neu. Die Fälle müssten differenziert betrachtet werden. Gleichwohl werde mit Hochdruck ermittelt, die Polizeistreifen seien sensibilisiert.

„Jede Gewalttat ist eine zu viel“, sagt Hanaus OB Claus Kaminsky (SPD) und äußert Mitgefühl gegenüber den Betroffenen und Verständnis für die Ängste von Bürgern. Gleichzeitig erneuert er seine Aussage, Hanau sei nicht weniger sicher als vergleichbare Städte in Ballungsräumen. Das sei Fakt. Genauso wie die Tatsache, dass die „ganz, ganz überwiegende Zahl der Geflüchteten rechtstreu ist“. Die anderen müssten „mit aller Klarheit“ über die Gesetze informiert und angemessen bestraft werden.

Für die Sicherheit seien in erster Linie Polizei und Justiz zuständig. Die Stadt engagiere sich jedoch auch intensiv, verweist Kaminsky etwa auf die Aufstockung der Stadtpolizei um drei Stellen und auf die Videoüberwachung an Freiheits- und Marktplatz. Diese soll im zweiten Quartal installiert werden, die Stadtwache soll noch im ersten Quartal ins Rathaus ziehen, kündigt Sicherheitsdezernent Thomas Morlock (FDP) an, der das Vorgehen der AfD scharf kritisiert. Auch wenn sich die Sicherheitssituation insgesamt und objektiv betrachtet nicht verändert habe, werde die Stadtpolizei künftig mehr Präsenz zeigen. Darüber hinaus „müssen wir die Stadt noch mehr beleben, um die soziale Kontrolle zu verbessern.“

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