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Hanau Modernisierung ist gesichert

Über Jahre wird das katholische St. Vinzenz-Krankenhaus sukzessive modernisiert. Nunmehr können auch die letzten Alttrakte durch Neubauten ersetzt werden. Das Land Hessen beteiligt sich an der Investition mit 20 Millionen Euro. Der Betrieb wird jedoch nicht vergrößert.

Mit dem neuen Kreißsaal soll die Zahl der Entbindungen in St. Vinzenz gestiegen sein. Foto: Renate Hoyer

Das katholische St. Vinzenz-Krankhaus kann seine Pläne zum zweiten und damit finalen Bauabschnitt angehen. Gestern überreichte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) in einer Feierstunde den Bewilligungsbescheid des Landes in Höhe von 20 Millionen Euro. Insgesamt will die St. Vinzenz-Gruppe mit Sitz in Fulda 35 Millionen Euro investieren. Die Gebäude an Nussallee und Bleichstraße sollen durch Neubauten ersetzt werden.

Grüttner erklärte die Entscheidung mit dem Auftrag des Landes, die Krankenhausvielfalt zu erhalten. Dies sei kein Selbstzweck, sondern es werde damit dem Patientenwunsch nachgekommen. Mit den Neubauten soll das Haus aber auch für den Wettbewerb und die Qualitätsanforderungen nach dem Gesundheitsgesetz besser aufgestellt werden. Grüttner bestätigte dem St. Vinzenz-Krankenhaus eine „Vertrauenswürdigkeit beim Patienten“. Dies zeige allein die Zahl von mehr als 1000 Geburten im Jahr. Für ein Krankenhaus dieser Größe sei dies schon ein Alleinstellungsmerkmal, so Grüttner.

Abrissarbeiten ab April

„Die Investition spielt der Entwicklung der Stadt in die Hände“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Damit werde Hanau als „Gesundheitsstandort“ gestärkt, der schon jetzt von vielen Menschen aus der Region aufgesucht werde. Insgesamt mehr als 100 000 Patienten würden im Klinikum Hanau und im St. Vinzenz behandelt, in letzterem knapp ein Drittel der Patienten. Auch werde Hanau ob der medizinischen Versorgung zu einem attraktiven Wohnort für ältere Menschen, so der OB.

Mit den Bauarbeiten soll nach Ostern begonnen werden, teilte Projektsteuerer Hans-Peter Matzanke mit. Das alte Bettenhaus an der Nussallee zwischen Hospiz und alter Krankenhauseinfahrt wird dann abgerissen. Die Betten werden vorübergehend in einem anderen Trakt aufgestellt. Der Neubau soll ab Sommer hochgezogen werden. Aktuell wird hierzu auch der Umzug der Küche in den 2009 fertiggestellten Neubau baulich vorbereitet.

In gleicher Bauphase wird das Parkdeck vor dem Haupteingang überbaut. Besucher mit Auto werden dann auf das Parkhaus Frankfurter Tor ausweichen müssen. Nach Abschluss aller Bauarbeiten soll es auf dem Krankenhausgelände an der Bleichstraße wieder einen Besucherparkplatz für 50 Fahrzeuge geben, hieß es. Die Tiefgarage wird mit dem zweiten Bauabschnitt zum Entsorgungshof umgebaut. Für die St. Vinzenz-Beschäftigten wird eine Brachfläche in der Nähe als Parkplatz gemietet, sagte Geschäftsführer Michael Sammet.

Ende 2016 soll das neue Bettenhaus bezugsfertig sein, dann soll es mit dem Abriss des Eckgebäude an der Nussallee / Bleichstraße weitergehen. Dort soll ein Haus mit mehreren OP-Sälen entstehen, die voraussichtlich 2017 in Betrieb genommen werden.

Die seit zwölf Jahren bestehende Babyklappe, in der Mütter anonym ihr Neugeborenes abgeben können, soll an die Sternstraße verlegt werden. Bislang seien zwölf Säuglinge auf die gewärmte Unterlage der Babyklappe gelegt worden, heißt es. Im vergangenen Jahr seien es drei gewesen.
Nach dem Umbau werde das Krankenhaus bis auf den Kapellentrakt keine alte Bausubstanz mehr haben, so Michael Sammet. Die Modernisierung werde das Haus aber nicht vergrößern, die Bettenzahl bleibe unverändert.

Auch sollen keine medizinischen Schwerpunkte zu den bestehenden wie Gelenk und Unfallchirurgie oder Geriatrie hinzukommen. Gleiches gelte für die Entbindungsstation. Dort soll es keine zusätzliche Einrichtung für Problemschwangerschaften geben, die werden an das Klinikum verwiesen, heißt es.

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