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Hanau Moderner und teurer wohnen

Die Nassauische Heimstätte baut in Hanau 153 Mietwohnungen, zwanzig Prozent davon gefördert. Sie investiert 40 Millionen Euro.

Wohnen in Hanau
Einfamilienhäuser übereinander: Der Denkmalschutz für das Laubenganghaus wird aufgehoben. Foto: Rolf Oeser

Die Verantwortlichen äußern sich euphorisch: Von einem „Quantensprung für die Entwicklung der südlichen Innenstadt“ spricht Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Das Projekt sei ein „weiteres Puzzleteil, um den starken Nachfragedruck nach Wohnungen in Hanau zu dämpfen“. Peter Klarmann, Leiter Vertrieb bei der Nassauischen Heimstätte (NH), sagt, das Unternehmen schaffe „fast 60 Prozent mehr Wohnungen“, die über „moderne, helle und familienfreundliche Grundrisse sowie ein Höchstmaß an Energieeffizienz“ verfügten.

Nach dem Abriss der städtischen Wohnungen im West- und Ostcarré, wo heute Eigentumswohnungen der Firma Bouwfonds beziehungsweise Mietwohnungen der Baugesellschaft Hanau stehen, kommt auf das hinter dem Marktplatz gelegene Viertel ein weiterer großer Einschnitt zu. Die Nassauische wird fünf ihrer in den 1950er Jahren errichteten Wohnhäuser an der Hahnenstraße, der Französischen Allee und der Gärtnerstraße abreißen und durch sechs Neubauten ersetzen. Das hatte die NH, die mehrheitlich in Besitz des Landes ist, im Februar bekanntgegeben. Nun wurden die konkreten Pläne vorgestellt.

Anstelle der derzeit 98 Wohneinheiten entstehen bis 2022 genau 153 Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 162 Stellplätzen. Darüber hinaus ist Platz für einen Laden, etwa einen Nahversorger. „Die Bausubstanz ist wirtschaftlich einfach nicht mehr verwertbar“, begründet Klarmann den Abriss und verweist auf Gutachten, welche die NH in Auftrag gegeben hatte.

Insgesamt will sie nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro investieren – auch in den Kauf des Grundstücks, das der Stadt gehört und mittels Erbbaurecht von der Heimstätte genutzt wird. Eigentumswohnungen oder der Verkauf an einen Investor seien „nicht vorgesehen“.

Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern

Stattdessen wird die NH Mietwohnungen anbieten, 20 Prozent davon gefördert. Im frei finanzierten Bereich werden die Mieten demnach bei 9,50 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen, im geförderten bei 6,67 Euro. Ein Tiefgaragenplatz kostet 60 Euro monatlich. Die meisten der barrierefreien Wohnungen werden zwei oder drei Zimmer haben. „Das ist der Bereich, in dem der Bedarf am größten ist“, sagt Gaby Faust, Leiterin des NH-Regionalcenters. Aktuell liegt der Mietpreis bei etwa vier Euro. Allerdings seien die Wohnungen weder zeitgemäß noch barrierefrei, so die NH.

Noch sind 46 der 98 Wohnungen belegt. Alle Mieter würden bei der Wohnungssuche intensiv betreut, so Faust. Etwa 80 Prozent der Ausgezogenen seien in NH-Wohnungen untergebracht worden, etwa in der Brüder-Grimm-Straße oder in Lamboy-Tümpelgarten. Zudem habe die NH insgesamt 30 000 Euro Umzugshilfe gezahlt.

Die Nassauische will sich an den historischen Grundriss der Stadt Hanau halten und für die teils drei-, teils viergeschossigen neuen Häuser eine Blockrandbebauung wählen, mit Freiflächen in der Mitte und einem großen Durchgang. Für den Abriss, der Mitte 2018 erfolgen soll, ist der Denkmalschutz für das Laubenganghaus aufgehoben worden, laut NH nach „intensiven Untersuchungen“. Der markante zweigeschossige Bau, bei dem Einfamilienhäuser übereinander angeordnet wurden, war bislang als Einzelkulturdenkmal ausgewiesen. Außerdem werden 30 von 34 Bäumen gefällt. Die NH will dafür an anderer Stelle Bäume pflanzen.

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