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Hanau Jedes Paket findet seinen Pfad

Nach rund einjähriger Bauzeit geht am Dienstagmorgen die neue Paket-Zustellbasis von DHL Deutsche Post im Technologiepark Hanau-Wolfgang an den Start.

Paket im Scanner: Das entzückt Hanaus OB Kaminsky. Foto: Monika Müller

Wie von Geisterhand sausen Pakete und Päckchen über Förderbänder, werden gescannt um dann genau in die richtige „Rutsche“ ihres Ziel-Zustellbezirks zu flutschen. Hightech an der Postsendung.

Nach rund einjähriger Bauzeit geht heute Morgen die neue Paket-Zustellbasis von DHL Deutsche Post im Technologiepark Hanau-Wolfgang an den Start. Gestern war „Generalprobe“, als Stefan Decher, Leiter der Postniederlassung Frankfurt, und Hanaus OB Claus Kaminsky symbolträchtig den roten Knopf drückten um die nagelneuen Abfertigungsstraßen für Pakete anzufahren. Eindrucksvoll quittierte das die Anlage dann mit lautstarkem Piepen, dem Aufsummen der E-Motoren, Förderbänder und Umlenkrollen.

Während die traditionelle Briefpost im Zeitalter von E-Mail, SMS, Twitter und Whatsapp mehr und mehr ein Schattendasein friste, boome das Paketgeschäft dank des zunehmenden Online-Handels, erklärt Decher. Laut Postsprecher Stefan Heß gab es allein im Jahr 2011 ein Plus von 12 Prozent bei der Paketbeförderung. Das Brief-Geschäft gehe dagegen jährlich um zwei bis drei Prozent zurück. Dafür empfange oder verschicke der Bundesbürger derzeit im Durchschnitt zwölf Pakete pro Jahr.

4500 bis 5000 Sendungen pro Stunde

Die sogenannte „Mechanisierte Zustellbasis“ an der Rodenbacher Chaussee startet heute mit 15 Zustellern und soll dann sukzessive „hochgefahren“ werden. Wenn es dann richtig angelaufen sei, könnten zu Stoßzeiten, wie etwa der Weihnachtszeit bis zu 70 Zustellbezirke bedient werden, schwärmen die Postleute. Die moderne Sortieranlage in der Halle von gut 5000 Quadratmetern soll dann 4500 bis 5000 Sendungen pro Stunde abfertigen können.

Für die Post geht es schlicht um Kapazitätserweiterung angesichts des boomenden Paketgeschäfts. 70 Arbeitsplätze werden letztlich in Wolfgang sein, zusammengezogen aus Florstadt, Rodgau und Aschaffenburg. Für Zustellbasis-Leiter Celal Ege ist es auch eine Arbeitserleichterung der Zusteller, die ohnehin Bezirke in Hanau und Umgebung bedienen. Und auch arbeitsergonomisch angenehmer. Was bisher von Hand und mit viel Bücken angenommen und verladen wurde, geht jetzt vollautomatisch und ebenerdig. Jeder Zusteller hat seinen eigene Kastenrutsche, die sein Postauto bestückt. Decher: „Durch die Bearbeitung der Pakete direkt in der Zustellbasis sparen wir Zeit und erreichen eine noch schnellere Auslieferung an die Kunden.“

Auch Hanaus OB Kaminsky ist entzückt: „Eine gute Sache für die Stadt. Wer hier investiert, glaubt an diesen Standort“, erklärt er auch mit Blick auf die optimale Verkehrsanbindung. Die zusätzliche Verkehrsbelastung beschränke sich im Wesentlichen auf Fahrzeuge der „Sprinter“-Größenordnung.

Entwicklung nicht mehr umkehrbar

Der OB will angesichts des steigenden Online-Handels aber auch den innerstädtischen Einzelhandel nicht aus dem Blick verlieren. „Die Entwicklung ist nicht mehr umkehrbar. Aber es muss die Balance gefunden werden zwischen traditionellem Einzel- und Online-Handel. Einkaufen ist eben mehr als nur der Erwerb eines Artikels.“

Die neue Zustellbasis ist die erste ihrer Art im Großraum Frankfurt und eine von insgesamt 50 mechanisierten Zustellbasen die die Post bis Ende dieses Jahres bundesweit verwirklichen wird. Sie sind neben den Paketzentren die zweite Säule des neuen Paketkonzepts der Deutschen Post DHL, in das der Konzern bis 2015 rund 750 Millionen Euro investiert.

Im nahen Obertshausen wird übrigens derzeit das größte Paketzentrum Deutschlands gebaut, das über eine Sortierkapazität von 50 000 Sendungen pro Stunde verfügen wird.

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