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Hanau-Großauheim Sich begegnen im Lindenau-Park

In Großauheim findet die dritte Auflage des „Festivals der Kulturen“ statt. Doch die Terminkoordination der Stadt sorgt für Kritik.

Großauheimer Lindenau-Park
Ein Hauch von Karneval im Großauheimer Lindenau-Park, die Brazil Dance Group bei ihrer Aufführung. Foto: Michael Schick

Ein großer Biergarten unter üppig begrünten Baumkronen, und alles umgeben von einem Kreis aus 60 bunt gemischten Verkaufs- und internationalen Essensbuden, Info-Ständen und Mitmach-Stationen sowie einer Bühne für das Hauptprogramm, Festival der Kultur hieß es am Wochenende im Großauheimer Lindenau-Park, auf einem der wohl schönsten Festplätze in der Stadt. Vorlauf war bereits am Freitagabend mit einer Zumba-Gruppe bevor es mit „Trommeln für die Seele“ mit der Großauheimer Band Banjoory Livemusik gab. Programmreich zeigten sich ebenso der Samstag und Sonntag etwa mit Vorführungen eines Hundesportvereins, Tanzgruppen, Chören des Stadtteils, Hörspielen unter Linden für Kinder und Live-Musik. 

Das Angebot war nicht nur weltlicher Natur, am Sonntagvormittag mit einem „interreligiösen Gemeinschaftsfest“, das etwa Christen, Juden und Muslime zusammen begangen wurde. „Der offene Gottesdienst ist einer der zentralen Bestandteile des Festivals“, sagt Thomas Göbel, Erster Sprecher der Interessengemeinschaft Großauheimer Vereine und Verbände (IGV), die als Ausrichter des Festivals fungiert. 

Von den 43 Vereinen und Organisationen in Großauheim sind diesmal 14 in irgend einer Art und Weise im Lindenau-Park vertreten. Darunter auch das internationale Begegnungscafé „Oase“, in dem Flüchtlinge und Einheimische zusammengekommen können. „Das Festival steht für Vielfalt und als Platz der Begegnung“, sagt Göbel der FR. In Großauheim leben viele Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, im Lindenau-Park sollen sie sich treffen, erläutert er den Gedanken, der 2013 zum ersten „Festival der Kulturen“ führte. Zunächst sollte es alle drei Jahre stattfinden.

Wegen der hohen Besucherzahl von 11 000 bei der zweiten Auflage, sah sich die IGV ermutigt, das Festival alle zwei Jahren im Wechsel mit dem Wolfgänger Marktfest zu veranstalten. „Die Gästezahl von 2016 werden wir diesmal nicht schaffen, das liegt nicht nur am Wetter“, sagt Göbel mit Blick über das mäßig besuchte Gelände nach der offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag durch Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). „An diesem Wochenende ist in der Innenstadt mit dem Keramikmarkt und dem Apfelweinfest einfach zu viel los.“ Thomas Göbel äußerte sich enttäuscht über die Koordination der Stadt. Die IGV habe ihrer Wochenende sehr früh angemeldet. „Wir sind bei der Terminauswahl natürlich auch daran gebunden, das Ende des Ramadans abzuwarten, um die Muslime nicht auszuschließen“, erläutert er. 

Der Sprecher betont, dass das Festival nicht nur viele Besucher benötigt, damit am Ende der Umsatz stimmt und die IGV ohne Defizit dastehe. Die Vereine im Stadtteil seien motiviert mitzumachen, wenn sie wüssten, dass sie im Lindenau-Park gesehen und dadurch gestärkt würden. „Ein Festival ohne Vereine ist eine Kommerzialisierung, die wir nicht wollen“, so Thomas Göbel.

Das Vereine ein Forum benötigten, wenn sie die nächsten Jahre überstehen wollen, zeigt sich etwa beim Männerchor Melitia. Ein Mitglied berichtet mit einem Lächeln, er gehöre mit seinen mehr als 70 Lebensjahren bereits zu den jüngeren Sängern. „Woher soll der Nachwuchs heute kommen“, fragt er. Aber auch so junge Institutionen wie das Café Oase, das 2016 mit dem Einzug von Geflüchteten in die Sportsfield Housing der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Nachbarstadtteil Wolfgang gegründet worden ist, brauchen laut Göbel Öffentlichkeit, damit das Engagement auf beiden Seiten nicht nachlässt. 

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