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Hanau Flüchtlinge fordern mehr Freiheiten

Rund 50 Geflüchtete und Aktive ehrenamtlicher Initiativen protestieren in Hanau gegen die schwierigen Wohnbedingungen in einer Gemeinschaftsunterkunft.

Geflüchtete
Protest von Geflüchteten vor dem Rathaus wegen der Wohnbedingungen in der „Sportsfield“. Foto: Carlo Wespe

Rund 50 Geflüchtete und Aktive ehrenamtlicher Initiativen protestierten gestern mit Transparenten und einer Kundgebung auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Sie wollten auf die schlechten Wohnbedingungen in der Sportsfield Housing aufmerksam machen, einer Gemeinschaftsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang. Die Aktion sei von dort lebenden afghanischen Familien ausgegangen, heißt es.

Bereits vor Wochen waren Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) zehn Forderungen und eine Liste mit knapp 280 Unterschriften überreicht worden. Weiss-Thiel weilt derzeit im Urlaub, hat jedoch angekündigt, nach den Sommerferien persönlich den Bewohnern die Position der Stadt zu erläutern.

„Wenn die Stadt wenigstens die einfachen Wünsche erfüllen könnte, wäre das schon etwas Entgegenkommen“, sagte Hagen Kopp, vom „Beratungscafé“ für Geflüchtete. Hierzu zählten vor allem verlängerte Besuchzeiten sowie mehr Internetzugänge, um etwa nach Wohnungen und Jobs suchen zu können. Bislang gebe es nur ein begrenztes und zeitlich befristetes WLAN. In einem Antwortschreiben hat Weisss-Thiel eine Prüfung zugesagt, aber einen WLAN-Ausbau aus Kostengründen ausgeschlossen.

Im selben Brief lehnt die Stadt auch eine Ausweitung der Besuchszeiten über 22 Uhr hinaus ab sowie eine mögliche Gästeübernachtung bis auf Sonderfälle, nicht zuletzt wegen der Sicherheit. Das Gelände wird von einem Sicherheitsdienst beaufsichtigt.

Weiss-Thiel habe die zehn Forderungen weitgehend abgelehnt, berichtete Silvia Kleinschmitt, die Sprecherin der mehr als 800 Sportsfield-Bewohner. Bei Familien, die schon länger dort leben und sich eine Wohnung mit anderen teilen, stehe ganz vorne der Wunsch nach in einer normalen Wohnung oder wenigstens nach einer eigenen Unterkunft auf dem Gelände. Auf Anfrage der FR teilte die Stadt mit, seit Bestehen der Sportsfield Housing seien innerhalb von drei Jahren 527 Asylsuchende in Wohnungen vermittelt worden. Allerdings ist auch in Hanau der Markt für günstiges Wohnen über die Jahre nicht nur wegen der steigenden Nachfrage geschrumpft, sondern ebenso wegen des schwindenen Angebots.

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