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Hanau „Eine besondere Saison“

Die Brüder Grimm-Festspiele in Hanau beginnen ab 13. Mai. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) spricht als Kulturdezernent von einer „besonderen Saison“ und das nicht nur mit Hinsicht auf die künstlerischen Leistungen.

Im Blauen Saal von Schloss Philippsruhe gaben gestern Dennis Weißert und Katharina Abt Kostproben aus „Rapunzel“. Foto: Monika Müller

Einen Vorgeschmack auf das, was vom 13. Mai bis 5. August bei den Brüder Grimm-Festspielen auf der Bühne des Amphitheaters und erstmals in der Ruine der wallonischen Kirche in der Kernstadt zu sehen sein wird, gaben gestern Autoren, Regisseure und Darsteller. Erstmals gab es auch einen Blick auf das Bühnenbild.

Zurzeit laufen nicht nur die letzten Proben und es werden letzte Handgriffe an den Kostümen (Kostümbildnerin Ulla Röhr) vorgenommen. Auch am Bühnenbild wird gearbeitet, es stammt von Tobias Schunck. Seine Hauptvorgabe lautete erneut, eine Bühne zu entwerfen, auf der drei Märchen und ein Theaterklassiker gespielt werden können – ohne dass Shakespeares „Was ihr wollt“ von der Kulisse her nach „Rapunzel“ aussieht.

Schunck und Intendant Frank-Lorenz Engel präsentierten gestern von der Bühne mit zwei Spielebenen jedoch nur ein etwa DIN-A3-Blatt großes Modell. Demnach wird sich im linken Bereich des Bühnenraums ein romantischer Wald und auf der rechten Seite eine Stadt- / Wohnraumkulisse auftun. Geteilt werden diese beiden Bühnenwelten von einer breiten Freitreppe.

Breite Treppen bildeten bereits in den vergangenen Jahren bei Schunck ein zentrales Element. Dorthin verlagern dann die Regisseure Liebesschwüre, Kloppereien mit Fäusten oder Degen oder lassen über sie die Protagonisten von der einen in die andere Szene wechseln. Die Wiederkehr der Treppe als Spielraum ist ein Tribut an die Spielstätte und die Verschiedenheit der Stücke.

„Die Basis bildet diesmal die Produktion ‚Rotkäppchen‘“, sagte Schunck. Autor und Regisseur Jan Rademacher gibt nämlich dem Märchen vom gefräßigen Wolf und dem leichtgläubigen Mädchen eine neue Bedeutungslinie, bei der stärker Rotkäppchens Mutter in den Mittelpunkt rückt. Hierbei soll die Natur der befreiende Gegenpol zur beengenden und reglementierenden Stadt sein.

„Rotkäppchen“ als Basis

Laut Schunck zeigt sich das 2016er Bühnenbild mit zwei drehbaren Flächen wandlungsfähig. Somit könne mal die Natur, mal die Stadt die Szene dominieren, entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Stücks. Rapunzels Turm ist demontierbar, damit er von der „Was ihr wollt“-Regie nicht irgendwie eingebaut werden muss.

Anders als zu Shakespeares Zeiten, wo das einfache Volk bei den Aufführungen stand, weils billiger war, soll es ab dieser Saison im Amphitheater bequemer zugehen. Neue Stühle sollen angeschafft worden sein. Näheres war dazu gestern aber nicht zu erfahren.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sprach als Kulturdezernent von einer „besonderen Saison“ und das nicht nur mit Hinsicht auf die künstlerischen Leistungen. Er verwies noch einmal auf den gut laufenden Vorverkauf, der mit mehr als 32 000 verkauften Karten (Stand 18. März) mit acht Prozent über dem Vorjahresniveau liege.

Für Kaminsky dürfte dies Genugtuung bedeuten, denn vor Monaten kochte die zum Teil erhebliche Eintrittserhöhung, vor allem beim Musical, und der Wegfall des Familientickets zu einem Politikum hoch. Die neuen Preise erklärte Kaminsky vor dem Stadtparlament vor allem mit den gerechteren Gagen für die Darsteller.

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