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Hanau Bunter Trubel am Main-Ufer

Großer Andrang herrscht beim Hanauer Bürgerfest. Es gibt viel Programm von Vereinen und Organisationen.

58. Hanauer Bürgerfest
Im nostalgischen Riesenrad lässt sich ein Überblick gewinnen. Foto: Michael Schick

Manches kommt mit den Jahren aus der Mode, dass Hanauer Bürgerfest offenbar nicht. Am Wochenende war die 58. Auflage am Main-Ufer entlang Schloss Philippsruhe. Bereits am frühen Samstagnachmittag ging es auf der Uferpromenade nur in kleinen Schritten vorwärts. Abgesehen von einem Kleinriesenrad und zwei, drei anderen Kleinfahrgeschäften sowie einigen kommerziellen Imbissbudenbetreibern, waren es wieder überwiegend Vereine und Organisationen aus der Stadt, die das Programm aus Live-Musik bis hin zu asiatischen Showtanz und die kulinarische Versorgung übernahmen. Zudem gab es ausreichend Möglichkeiten, mitzumachen, vor allem für Kinder. Und die Nähe zum Fluss machte das Programm um einige Attraktionen reicher.

Für den ersten Platz hat es nicht gereicht, sagt Team-Captain Andrea Glotz, die mit ihrer Mannschaft Minuten zuvor das Drachenboot einer anderen Gruppe übergeben hat. „Wir sind nur einen Spaßmannschaft“, sagt Glotz mit einem Lächeln. Darauf soll auch der Teamname „Paddelpezzer“ hinweisen. Die 223 Meter auf dem Main gehen ordentlich in die Arme, sagt sie. Acht Frauen und zwölf Männer sitzen bei den Paddelpezzern aus Großauheim im Boot. Wie die Mannschaft in dem gut zwölf Meter langen Rumpf verteilt wird, hängt von den Fähigkeiten der Einzelnen ab. „Vorne sitzen die Schlagleute mit guten Rhythmusgefühl, sie müssen extrem synchron paddeln. In der Mitte wird der ‚Motor‘ platziert, die Kräftigsten“, erläutert Glotz. Die Schlagfrau oder der Schlagmann an der fassgroßen Trommel treibt mit taktischem Gespür die Arbeit und das Tempo am Stechpaddel an. Psychologie ist bei Drachenbootrennen mit rund 20 Startern natürlich auch von Vorteil – zumindest nach Ansicht der „Waldläufer“, die mit Schminke schwarze Streifen über die Wangen gezogen haben, um der Konkurrenz den Siegeswillen zu demonstrieren.

Dass das Bürgerfest nicht allein ein Jahrmarkt der Vereine und Organisationen ist, sondern historische Wurzel hat, daran erinnert auch jedes Mal eine Ausstellung über die zerstörte Stadt nach dem zweiten Weltkrieg. Mit dem Fest bedankte sich 1958 Oberbürgermeisters Heinrich Fischer für die tatkräftige Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt, deren Rathaus allerdings zu diesem Zeitpunkt immer noch als Ruine dastand. Eine zweite Sonderschau war dem 1. Fußballclub Hanau 93 gewidmet, der 125 Jahre alt ist und somit zu den ältesten Kickervereinen in Deutschland gehört. Ein Verein mit Achterbahngeschichte und der Kuriosität, dass er das Rückspiel zum Finale der Deutschen Meisterschaft von 1894 erst hundert Jahre später nachholte. Die 93er hatten seinerzeit kein Geld für die Bahnkarten nach Berlin.

Geld für das Bürgerfest fehlt der Stadt auch. Seit einigen Jahren wird daher wieder ein Eintritt erhoben, drei Euro (Drei-Tages-Karte fünf Euro). Kinder bis 15 Jahren kamen überdies so auf die Festmeile. Ob des großen Aufwands und dichten Programms wird der Obolus hingenommen, war von Besuchern zu hören. Aber auch, weil die Preise für Essen und Trinken zumeist günstig waren.

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