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Hanau Brüder-Grimm-Feststpiele locken Zuschauer an

Mehr als 81.000 Besucher kommen zu den 108 Vorstellungen der fünf Produktionen - ein Zuschauerplus von 7,5 Prozent.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hielt sich nicht lange mit der Suche nach einem passenden Superlativ auf. „2018 war eine der am besten besuchten Spielzeiten aller Zeiten“, bilanzierte er die diesjährige Saison der Brüder-Grimm-Festspiele. Mehr als 81.000 Besucher kamen zu den 108 Vorstellungen der fünf Produktionen. Damit habe sich in der 34. Saison ein Zuschauerplus von 7,5 Prozent eingestellt, so Kaminsky. Die Zahlen seien das „Ergebnis der tollen Inszenierungen und Stücke“. Publikumsfavorit war das Musical „Dornröschen“ mit mehr als 27.000 Zuschauern, dicht gefolgt von „Der Froschkönig“.

Marie-Luise Marjan als Märchenbotschafterin

Nicht ohne Folgen war offenbar auch, dass mit Marie-Luise Marjan, Darstellerin der Mutter Beimer aus der Fernsehserie „Lindenstraße“, erstmals eine Märchenbotschafterin im Dienste der Festspiele durch die Republik tourte – etwa mit einem 13-minütigen Auftritt in einer ARD-Talkshow. „Ich glaube, dass hat in dieser Spielzeit geholfen“, so Kaminsky. Hinzu kamen die guten Kritiken des Gastspiels am Deutschen Theater München mit dem Musical „Vom Fischer und seiner Frau“, sagte der OB. Selbstkritisch stellt er fest: „Beim Bekanntheitsgrad der Brüder-Grimm-Festspiele ist immer noch Luft nach oben.“ Zwischen den Festspielen und der städtischen Hanau Marketing GmbH soll es nun eine Kooperation für mehr Werbung geben.

Trotz der starken Saison sieht Kaminsky keinen Anlass, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Die Zahlen verleiteten zu Euphorie, aber vergrößerten auch das Risiko, jetzt einen Fehler zu machen. Erfolg müsse immer neu erarbeitet werden. Deshalb: „Wir beginnen im nächsten Jahr wieder bei null, nur mit dem Renommee vom Vorjahr.“

Grimm-Musical wird Spielzeit 2019 eröffnen

Intendant Frank-Lorenz Engel hat offenbar ohnehin keine Zeit, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Seine Gedanken drehen sich bereits um die Saison 2019. Dass er einen Überschuss von mehr als 41.000 Euro aus der diesjährigen Spielzeit ins nächste Jahr mitnehmen kann, sorgt für Planungssicherheit, sagt er. Mit rund 1,7 Millionen Euro sind die Festspiele budgetiert.

Das Musical, das die 35. Saison am 10. Mai eröffnen wird, wird kein Märchen, sondern die Grimms selbst zum Thema haben. Geschrieben wird es vom in Hanau bewährten Autorenduo Kevin Schroeder und Marc Schubing. „In dem Stück soll nicht das ganze Leben der Brüder dargestellt werden, sondern nur ein bestimmter Ausschnitt daraus“, sagte Engel. Es geht um die Jahre der noch jungen Märchensammler in Kassel. Es schildert die Entstehung der Geschichten, dabei wechseln die Brüder zwischen realer und märchenhafter Welt. Der Titel des Musicals lautet „Jacob und Wilhelm – Weltenwandler“.

Als Theaterstück werden 2019 die Märchen „Schneewittchen“ und „Die Bremer Stadtmusikanten“ inszeniert, Letzteres mit Gesang und Musik. Für das Buch zu „Schneewittchen“ läuft ein Autorenwettbewerb. Laut Engel liegen bereits 16 Manuskripte vor. Die Einreichfrist endet am 17. August. Eine Jury wird aus den anonymisierten Einsendungen drei Vorschläge aussuchen. In der Reihe Grimms Zeitgenossen steht das Drama „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller auf dem Programm, bei dem Intendant Engel Regie führen wird.     

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