Lade Inhalte...

Hanau Als Napoleon in Hanau nächtigte

Das Buch „Hanau in der Epoche Napoleons“ informiert über die Zeit der Franzosen in Hanau. Es gibt sowohl Einblicke in das Zivilleben als auch den Krieg.

Lieber Oncel! ...was wir eigentlich in denen argen drei bis vier Tagen gelitten und ausgestanden haben, übertrifft alle Beschreibung“, notiert Daniel Brandt in einem Brief an seinen Verwandten nach der Schlacht. Im Norden, an der Vorstadt und dem heutigen Lamboy-Gebiet stellten sich Bayern und Österreicher unter der Führung des Oberkommandanten Carl Philipp von Wrede dem Heer von Napoleon auf seinem Rückzug entgegen. Nur vom 30. bis 31. Oktober 1813 dauerte die Schlacht, die die Franzosen gewannen und die Napoleon den Weg frei nach Frankfurt machte. Die Bilanz der beiden Oktobertage war verheerend: 15 000 Tote, unzählige Verletzte und eine teilweise zerstörte Stadt.

Die Schlacht markiert – wegen des Rückzugs – ebenso das Ende der sieben Jahre währenden Zeit unter französischer Besatzung. „Hanau in der Epoche Napoleons“ lautet der Titel eines nunmehr in der Reihe der Hanauer Geschichtsblätter erschienenen Buches, in dem diese Ära nicht nur von der militärischen Seite, sondern vor allem auch von den Folgen für die Zivilbevölkerung in der Stadt und im Kinzigtal her beleuchtet wird. Hierzu zählen beispielsweise abgedruckte Briefe wie der von Brandt.

Anlass für das knapp 400 Seiten starke und reich bebilderte Werk gab die im Herbst 2013 in Schloss Philippsruhe gezeigte Sonderausstellung „Die Franzosen kommen!“ – Hanau in der Zeit Napoleons 1806-1813“, sagte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Claus Kaminsky (SPD) bei der Buchpräsentation. Eine Ausstellung könne jedoch immer nur eine Verkürzung eines Themas darstellen, erklärte er.

Neues zur Hanauer Geschichte

Der Sonderschau ist ein eigenes Kapitel gewidmet worden. Als Herausgeber fungiert der Geschichtsverein 1844, der das „geballte Wissen“ von 13 Autoren nutzte, wie etwa von Erhard Bus, der auch als Mitglied der Redaktion tätig war, sagte Kulturamtsleiter Martin Hoppe. Der Inhalt sei facettenreich angelegt worden.

Bei der Erstellung habe sich gezeigt, dass die Hanauer Geschichte längst nicht abschließend dokumentiert sei. Hoppe sprach daher dem Buch die Bedeutung eines neuen Standardwerks zu, das gleichwohl für Normalgeschichtsinteressierte leicht zugänglich gestaltet worden sei.

Neue Erkenntnisse hätten sich in jüngster Zeit mit der Digitalisierung von Archiven und einer Generation junger Historiker ergeben, die Themen nun mit einer anderen Fragestellung angingen. Auch habe sich mittlerweile mancher „Familienschatz“ für die Forschung geöffnet, denn gerade in Briefen werde ein direkter Einblick in die damaligen Lebensumstände der Menschen vermittelt.

Die Besatzer brachten der Bevölkerung nicht nur den Code Napoleon, der den Bürgern und hier auch den Juden mehr Rechte, Gleichheit vor dem Gesetz und Freiheit bescherte. Zur Last wurden für die Bürger hingegen die Soldaten Napoleons, der 1812 in Hanau im Hotel Zum Riesen genächtigt haben soll. Die Krieger mussten beherbergt und verpflegt werden. Die aus Schlachten nach Hanau zurückgekehrten Soldaten sollen zudem oft den Tod in Form von Seuchen wie Fleckfieber mitgebracht haben, die auch die Zivilbevölkerung in großer Zahl dezimierten.

„Hanau in der Epoche Napoleons“ ist zum Preis von24 Euro im örtlichen Buchhandel und im Stadtarchiv erhältlich. Am Donnerstag, 4. Dezember, 18 Uhr , wird das Buch in Schloss Philippsruhe öffentlich vorgestellt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen