Lade Inhalte...

Geständnis Feuerteufel gesteht Brandstiftung

Polizei überführt ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr mit Überwachungsvideo. Er soll mehrere Brände gelegt haben. Der Angeklagte gibt jedoch nur in einem Fall zu. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

07.02.2012 22:22
Christoph Süß
Polizei überführt ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr mit Überwachungsvideo. Er soll mehrere Brände gelegt haben. Foto: dpa

Es ist ein Klischee, gegen das die Brandschützer überall ankämpfen, doch in diesem Fall wurde es wieder einmal bestätigt: Ein Feuerwehrmann hat nach Polizeiangaben gestanden, in der Nacht auf Heiligabend eine Scheune in Mittelbuchen angezündet zu haben. Die fünf weiteren Brände, die sich in den vergangenen Jahren in der Nähe ereignet haben, hätte er abgestritten. Jetzt liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft.

Nach Angaben des Hanauer Brandermittlers Bernd Fischer konnte man das Mitglied der Bruchköbeler Freiwilligen Feuerwehr nur deshalb überführen, weil die Besitzer an der Scheune Kameras installiert hatten. Auf dem Überwachungsvideo aus besagter Nacht sei der 47-Jährige zu sehen gewesen. Dieser stand offenbar schon länger im Verdacht, ein Brandstifter zu sein. Dem Mann, der vorübergehend wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, droht nach Angaben der Kriminalpolizei eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr.

Zwölf Schafe und Ziegen kamen bei einem Feuer ums Leben

Konfrontiert mit den weiteren Bränden, die sich seit 2002 rings um Mittelbuchen ereignet haben, stritt der Feuerwehrmann die Täterschaft ab. „Brandstiftung ist aufgrund mangelnder Beweise oft schwer nachzuweisen“, erklärt Fischer. Hätte der Mann die anderen Taten ebenfalls zugegeben, wären noch viel höhere Schadenersatz-Forderungen auf ihn zugekommen. Bei dem Scheunenbrand von Mittelbuchen entstand nach Polizeiangaben ein Sachschaden von rund 100.000 Euro: Auf dem Dach hatten die Bauern erst kurz zuvor eine Solaranlage installieren lassen. Ein Traktor und mehrere Anhänger brannten aus. Die über 20 Rinder, die sich in einem Teil der Scheune aufgehalten hatten, kamen mit dem Schrecken davon. Heu und Stroh verbrannten. Die Versicherung der Landwirte wollte nur für einen Teil des Schadens aufkommen.

Gut zwei Jahre zuvor waren in unmittelbarer Nähe des Brandortes zwölf Schafe und Ziegen bei einem Feuer ums Leben gekommen, als eine Scheune sich entzündete. Im Spätsommer 2008 waren am Kinzigheimer Hof 1500 Strohballen abgebrannt. Ebenfalls um die Weihnachtszeit war vor zehn Jahren in Bruchköbel eine Scheune in Flammen aufgegangen.

Menschen kamen in keinem der Fälle zu Schaden. Ein Großaufgebot der umliegenden Feuerwehren war jeweils im Einsatz, die Retter kamen aber in den meisten Fällen zu spät.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen