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Gelnhausen „Nur für Leute mit coolen Ideen“

Neues Start-up-Center mit „Coworking Space eröffnet im Sommer. Das Frankfurter Tech Quartier als Vorbild genommen.

Das, was Existenzgründer in der Großstadt mit „Coworking Space“ geboten bekommen, soll nun auch in der Provinz zu finden sein. Bernd Weidmann will damit nicht nur den „Brain drain“ auf dem Lande stoppen. Er erkennt sogar einen Trend bei Start-ups: raus aus den teuren Städten. Mit dem „Kinzig Valley“ eröffnet Weidmann ab Juli ein Gründerzentrum, das mit den Maßstäben althergebrachten Mietarbeitsstätten für Jungunternehmer bricht. Auf rund 250 Quadratmeter soll es zunächst zwölf, später 24 Arbeitsplätze geben. Landrat Thorsten Stolz (SPD) lobt das Vorhaben als „wichtigen und innovativen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes“. Das „Kinzig Valley“ entsteht in einem Neubau, in den Weidmann mit einem anderen Unternehmer investiert und einzieht.

Ab 150 Euro im Monat gibt es „einen Schreibtisch, einen Bürostuhl und einen schnellen Internetzugang sowie Kaffee und Wasser“, zählt Weidmann etwa als Gegenleistung zur Miete auf. Eigener Briefkasten, ein Schließfach oder das Firmenschild am Eingang kosten extra, ebenso die zeitlich begrenzte Nutzung des einzigen Besprechungsraums.

Der Arbeitsplatz, der Tisch an Tisch mit denen anderer Start-ups steht, wird blank vermietet. Rechner und Telefon sind mitzubringen. Immerhin kann man den Schreibtisch für die Zeit der Mietung sein Eigen nennen, denn einen Mitnutzer gibt es nicht. Platz für vertrauliche Gespräche bleibt im Konferenzraum. „Nach der Anlaufphase werden im Parterre zwei Telefon-Boxen eingebaut“, sagt Weidmann. Die sollen ebenso Abgeschiedenheit bei Kleinstbesprechungen ohne Mobiltelefon bieten. Werkstätte und Laborräume stehen hingegen nicht zur Verfügung.

Weidmann, der selbst Geschäftsführer einer Firma für Internetwerbung ist, erklärt die Projektgründung mit der bestehenden Nähe zu Existenzgründern und dem Interesse, ihnen mehr auf die Sprünge zu helfen. Der kommerzielle Gedanke soll dabei nicht im Vordergrund stehen, bemerkt er. Wichtig sei, nicht nur einen günstigen Unternehmenssitz bereitzustellen, sondern auch den regen Austausch mit Gleichgesinnten zu fördern. Dies werde schon mit der offenen Bürostruktur erreicht. Weidmann hat sich das Prinzip vom Frankfurter „Tech Quartier“ abgeguckt. Von dort habe er sich auch Rat für sein Konzept geholt.

Kommunale Gründerzentrum böten dies nicht; sie würden zudem zu starr geführt, bemerkt Weidmann. „Unternehmensgetriebene Center sind mehr mit Leben gefüllt. Wir helfen mit, Start-ups groß zu machen“, sagt er. „Kinzig Valley ist ein Inkubator.“

An Selbstständige, die lediglich ihr Home-Office auflösen wollen, wird nicht vermietet, heißt es. „Ins Kinzig Valley kommen nur Leute mit coolen Ideen.“ Und wenn dabei eine „Idee durch die Decke geht“, umso besser für Weidmann. Denn der Shootingstar müsse dann Platz machen für das nächste Start-up.

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