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Gelnhausen Entscheidung über Outlet-Center verschoben

Die Zukunft des früheren Kaufhauses Joh in Gelnhausen ist weiter ungewiss. Eine wegen eines geplanten Outlet.-Centers anberaumte Sondersitzung des Stadtparlaments wird abgesagt.

Die Zukunft des früheren Kaufhauses Joh in der Gelnhäuser Innenstadt ist weiter ungewiss; ob das geplante Outlet-Center realisiert wird, ist unklar. Eigentlich sollten die Stadtverordneten in dieser Sache zu einer Sondersitzung am 24. Juli zusammenkommen. Bürgermeister Daniel Christian Glöckner (FDP) hatte den Termin angestrebt und noch zu Beginn dieser Woche mit der „Dringlichkeit“ begründet. Mittlerweile wurde die Sitzung abgesagt, „da Fraktionsvertreter noch Beratungs- und Informationsbedarf angemeldet haben“, teilte die Stadt Gelnhausen mit. Stattdessen ist ein nicht öffentliches „Kolloquium für Magistrat und Stadtverordnete“ geplant. Dort sollen zwei potenzielle Investoren ihre Konzepte vorstellen. Darüber hinaus wird Joachim Will vom auf Einzelhandel spezialisierten Forschungsinstitut Ecostra referieren, wie sich ein innerstädtisches Outlet auf die Umgebung auswirken kann.

Es ist eine unendlich scheinende Geschichte: Seit fünf Jahren steht das ehemalige Joh-Kaufhaus leer. Immer wieder kam es beim „Barbarossa City Outlet“-Projekt des Investors Jan Leuze – das in diesem Jahr mit dem Verkauf beginnen sollte – zu Verzögerungen und Fristverlängerungen, im April scheiterte es. Doch es gibt zumindest zwei Interessenten: die ITP-Gruppe, die weitgehend auf Leuzes Konzept zurückgreifen will, sowie die GRK-Gruppe, die laut Stadt ein „weitergehendes“ City-Outlet-Konzept verfolgt, zu dem offenbar auch eine gemischte Nutzung gehört. Über diese Optionen sollten die Parlamentarier abstimmen.

Vor der Absage der Sondersitzung war Kritik laut geworden: Die CDU sprach von Intransparenz und einem Hauruckverfahren. Fraktionschef Christian Litzinger zeigt sich daher nun einerseits verwundert über den „Kursschwenk“ des Bürgermeisters und vermutet unklare Mehrheitsverhältnisse dahinter. Andererseits „wäre die Informationslage für eine Entscheidung viel zu dünn“ gewesen. Die Investoren hätten ihre Konzepte schon dem Magistrat und den Fraktionsspitzen skizziert, nicht aber den Stadtverordneten. 

Litzinger fordert vom Bürgermeister, das Kolloquium auch für Interessenten zu öffnen, denen eine andere Nutzung als ein Outlet vorschwebt. Davon soll es mehrere geben, sagt der CDU-Fraktionschef. Er plädiert für einen „kompletten Neustart des Projekts mit städtebaulichem Wettbewerb“. Nachdem so viel Zeit verstrichen sei, komme es vor allem darauf an, die richtige Entscheidung zu treffen. Von den aktuellen Interessenten sei die CDU nicht überzeugt, auch weil die Pläne noch nicht konkret genug seien. 

Glöckner weist die Kritik zurück. Magistrat und Präsidium, wo alle Fraktionen vertreten sind, seien intensiv informiert worden. Gleichwohl respektiere er den Beratungsbedarf. Weitere Investoren mit tragfähigen Plänen könnten sich ebenfalls im Kolloquium vorstellen. Er sei offen, glaube aber an die Outlet-Lösung. Das wäre „ein Alleinstellungsmerkmal“, das auch Kunden von weit außerhalb anlocken und auch den Einzelhandel in der Innenstadt beleben würde. Der Standort dafür sei gut. Einen Neuanfang lehnt Glöckner derzeit ab, weil dies seiner Ansicht nach zu lange dauern würde. „Die Geschäftsleute in Gelnhausen brauchen dringend einen Frequenzbringer.“ 

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