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"Es ist möglich, höher zu fliegen"

Main-Kinzig Kreis wird Gutachten für ein leiseres Landeverfahren Ende Januar vorstellen

31.12.2011 23:42
Christoph Süß

Das vom Kreis und den Kommunen gemeinsam in Auftrag gegebene Gutachten über ein leiseres Anflugverfahren für den Frankfurter Flughafen wird wie geplant zum Jahresbeginn vorliegen. Das bestätigte Kreispressesprecher John K. Mewes gegenüber der Frankfurter Rundschau. „Wir werden nachweisen, dass es möglich ist, höher zu fliegen“, sagte er.

Die Ergebnisse der 100000 Euro teuren Simulation durch den ehemaligen Fluglotsen Michael Morr soll der Öffentlichkeit Ende Januar in Gelnhausen vorgestellt werden. Das Zwischenergebnis Morrs hatte bereits darauf hingedeutet, dass es Alternativen zum derzeitigen Anflugverfahren über dem Kinzigtal gibt. Landrat Erich Pipa wird laut Mewes in der Woche nach Dreikönig erstmals einen Blick in das Gutachten werfen. Gleichzeitig werteten es die Mitarbeiter des Kreises aus.

In seinem Jahresrückblick schreibt Pipa, der Kreis sei „von den tatsächlichen Lärm-Auswirkungen der tiefer fliegenden Flugzeuge überrascht“ worden. Gleichzeitig verweist er darauf, dass der Kreis bereits vor zehn Jahren Klage gegen den Fluglärm erhoben habe. Seiner Auffassung nach ist ein Teil des Fluglärms über dem Kinzigtal vermeidbar. Statt wie derzeit relativ früh auf die Gerade zum Flughafen einzuscheren, könne bis hinter Hanau ein kontinuierlicher Sinkflug angewendet werden.

„Es gibt Alternativen“, sagt Mewes. Der Kreis fordere nichts Unmögliches. Eine Vorgabe für Morr war, die derzeitige Personalstärke bei den Fluglotsen und die geplante Flugfrequenz zu berücksichtigen. „Wir stellen die Wirtschaftlichkeit des Flughafens nicht in Frage“, betont Mewes. Diese Haltung werde teilweise zwar als schizophren bezeichnet, mache aber angesichts der Sachlage Sinn: Zwar profitieren viele Leute zwischen Bad Orb und Hanau von dem Drehkreuz Frankfurt. Gleichzeitig produziert dieses immer mehr Lärm.

„Wir fordern das, was technisch möglich ist“, präzisiert Mewes. Bisher habe die Flugsicherung nicht plausibel dargelegt, warum seit März 2011 so niedrig geflogen werden müsse. Als die neue Landebahn geplant worden ist, wurde eine Lärmschutzprüfung für den Kreis abgelehnt. Das Problem sei verharmlost worden.

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