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Erlensee Logistiker in den Startlöchern

Der ehemalige Fliegerhorst Erlensee ist dank seiner Verkehrsanbindung optimal für Logistik-Unternehmen. Dachser etwa baut hier sein zentrales Drehkreuz für Lebensmitteltransporte. Das wird sich durch den dann zunehmenden Lkw-Verkehr aber auch auf die Umgebung auswirken.

Einen Umschlagplatz für Lebensmittel baut Dachser auf dem ehemaligen Fliegerhorst Langendiebach. Foto: Monika Müller

Die Farben, das satte Königsblau und die tief gelben Akzente, lassen in der Ferne auf eine neue Filiale eines schwedischen Möbelhauses schließen. Doch der Schein trügt, die Firma Dachser hat auf dem Areal des ehemaligen Fliegerhorsts ein Food-Logistikzentrum hochgezogen. Es ist das erste größere Unternehmen, das sich dort ansiedelt. Ab 23. Oktober soll der Betrieb laufen mit rund 200 Beschäftigten, meldet Dachser. Zum Warenumschlag tragen durchschnittlich 360 Lastwagen am Tag bei.

Auf dem 90 000 Quadratmeter großen Gelände bringt Dachser Verwaltung und Lager, eine Lkw-Waschstraße und eine eigene Tankstelle unter. Das Lagergebäude mit einer 8300 Quadratmeter großen Kühlhalle für empfindliche Lebensmittel verfügt über 87 Laderampen. Auch Warteplätze für die Laster sind auf dem Dachser-Gelände eingeplant.

Rund 25 Millionen Euro kostet der Hub, die zentrale nationale Umschlagplattform für Lebensmittel, teilt das Unternehmen mit Sitz in Kempten (Allgäu) mit. Alfred Miller, Geschäftsführer Dachser Food Logistics, hebt zudem die internationale Bedeutung hervor: „Die neue Niederlassung werde damit zukünftig nicht nur eine wichtige Drehscheibe für die europäischen Lebensmittellogistikstandorte von Dachser sein, sondern auch ein Kernelement des 2013 von zwölf Partnern gegründeten Europa-Netzwerkes.“ Mit der Inbetriebnahme wird der bisherige Logistik-Hub bei Offenbach aufgeben. Dieser Standort soll laut Dachser nicht mehr ausbaufähig gewesen sein.

Mit dem Umzug wird auch DS Smith, Hersteller von Verpackungen und Displays aus Wellpappe, seinen bisherigen Standort in Hanau-Steinheim aufgeben, weil dort ebenso ein Kapazitätsausbau nicht möglich ist. Zurzeit wird das 70 000 Quadratmeter große Gelände in Erlensee für den Baubeginn im August vorbereitet, so die Stadt, die künftig rund 180 neue Arbeitsplätze erhält. Ob noch Stellen hinzukommen, sei derzeit offen, heißt es von DS Smith auf Anfrage.

In einem denkmalgeschützten Hangar hat die Firma Böhrer bereits im vergangenen Herbst ihren Betrieb zur Wartung von Baumaschinen und Baggern aufgenommen. Aktuell sind dort 16 Leute beschäftigt. Die geplante Classic-Stadt für Oldtimer des Investors Victor Martin wird voraussichtlich 2016 gebaut. Die denkmalgeschützten Häuser von 1936 sollen zu Show-Räumen, Werkstätten und einem Hotel umgebaut werden. Martin will seine Pläne für Erlensee mit seinem Konzept für den Nürburgring abstimmen, erklärt Bürgermeister Stefan Erb (SPD).

Im Endausbau sollen auf dem Ex-Fliegerhorst rund 2000 Menschen arbeiten, so Erb. Laut Peter Oberst, Geschäftsführer des Zweckverbands, wird der Schwerverkehr vor allem über die L 3193 und der neuen Umgehung zur A 45 abgewickelt. Geplant ist auch eine zweite Geländezufahrt über einen neuen Kreisel auf Höhe des Aldi-Marktes an der L 3193. Oberst geht davon aus, dass die stark befahrene Leipziger Straße nicht noch mehr leisten muss. Ein Verkehrsgutachten geht zumindest für die L 3193 von einer Mehrbelastung von 2000 Fahrzeugen täglich aus. Zusätzlichen Schallschutz ist derzeit an der Strecke nicht vorgesehen.

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