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Erlensee Denkmal wird nicht aufgebaut

Ein Jahr nach dem Großbrand auf dem Fliegerhorst-Areal steht fest: Das denkmalgeschützte Zentralgebäude wird nicht nach historischem Vorbild wiederaufgebaut.

Foto: Renate Hoyer

Es wird nie mehr so werden, wie es war: Ein Jahr nach dem verheerenden Brand des denkmalgeschützten Zentralgebäudes auf dem Fliegerhorst Langendiebach laufen die Planungen für die neue Nutzung des Areals zwar auf Hochtouren, doch nach historischem Vorbild wiederaufgebaut wird es nicht. „Das ginge an die Grenzen jeder Wirtschaftlichkeit“, sagt Erlensees Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbands Fliegerhorst, Stefan Erb (SPD).

Derzeit warte man noch auf die Abrissgenehmigung. Alles was neu entstehe, müsse sich allerdings nach der Umgebung im Sinne des Denkmal-Ensembleschutzes richten. Das Gebäude Nummer 1357 aus den 1930er-Jahren mit dem markanten Glockentürmchen war am 30. Juli vergangenen Jahres komplett ausgebrannt. Ursache sollen fahrlässige Handwerksarbeiten gewesen sein. Was zunächst als Dachstuhlbrand gemeldet wurde, wurde zum Großbrand mit Hunderten Einsatzkräften.

Alter Gleisanschluss soll reaktiviert werden

Das Gebäude sollte Herz einer „Oldtimer-Klassikstadt“ der Firma Retro Klassik werden. Der Investor dahinter, der milliardenschwere russische Oligarch und Pharmaunternehmer Viktor Charitonin, hat inzwischen aber den Nürburgring gekauft und baut seine Oldtimerstadt dort. Stattdessen soll auf dem Fliegerhorst eine große Westernreitanlage mit Hotel, Appartements, Stallungen, Pferdeboxen und einschlägigem Gewerbe entstehen. Laut Erb hat Charitonin dazu weitere Flächen gekauft und ein „schlüssiges Konzept“ vorgelegt.

„Ich denke dass die Bagger noch in diesem Jahr rollen und die Anlage 2018 in Betrieb geht.“ Dass das mit der Autostadt nichts geworden, eine „Luftnummer“ gewesen sei, weist Erb zurück. Unterdessen habe der Zweckverband weitere wichtige Weichen für das 15 Hektar große, einstige Areal der US Army gestellt: Die Ansiedlung weiterer Unternehmen bis hin zur Wiederbelebung des Gleisanschlusses. „Ein Millionenbetrag“ fließe in die Kasse des Zweckverbandes durch drei einstimmig beschlossene Kaufverträge. Rund 15 500 Quadratmeter erwerbe die Unternehmensgruppe Spitzke. Der international tätige Gleisanlagenbauer aus Großbeeren bei Berlin möchte auf dem Fliegerhorst ein Kompetenzzentrum errichten. Voraussetzung dafür sei, dass der Schienenanschluss zum Bahnhof Hanau Nord reaktiviert wird.

Der Zweckverband beschloss auch, weiteren Firmen den Zuschlag zu geben. Laut Erb und seinem Bruchköbeler Amtskollegen Günter Maibach (CDU) handelt es sich dabei um eine Firma aus der Fleischverarbeitung und eine aus der Papierverarbeitung. Bei dem Fleischunternehmen soll es sich um die Metzgerei Wilhelm Brandenburg handeln, die nach einem neuen Standort sucht. Sie beliefert die Rewe-Handelsgruppe. Voraussetzung für die Ansiedlung sei aber, dass die übergeordneten Behörden der Umwidmung von einem „Sondergebiet Sport und Freizeit“ in ein „Sondergebiet Nahrung und Verpackung“ zustimmen. Der Beschluss für den Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes sei gestellt.

Die Ansiedlung der Unternehmen würde laut den beiden Bürgermeistern und Zweckverbandsvorsitzenden große Vorteile bringen. Die Betriebe mit bis zu 1500 Mitarbeitern würden „erhebliche Steuereinnahmen generieren“ und zudem eine potenzielle Gefährdung der Natur verhindern. Nur mit der neuen Nutzung ließe sich laut Erb nämlich die Beseitigung der umfangreichen Altlasten finanzieren. Mit einem Baubeginn sei aber frühestens 2018 zu rechnen

Zudem erhalte die Firma Bau- und Immobilienverwaltung Fäth aus Aschaffenburg den Zuschlag für das Towergebäude, in dem unter anderem einmal ein Dokumentationszentrum als Fliegerhorst-Museum unterkommen soll.

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