Lade Inhalte...

Eisenbahnfreunde Emma steht wieder unter Dampf

Zehn Jahre Eisenbahnromantik im Autal / Enthusiast Jirowetz auf Tour

12.04.2012 23:07
Jörg Andersson

In Bad Orb feiern Eisenbahnromantiker ein besonderes Ereignis: Seit zehn Jahren dampft die kleine nostalgische „Emma“ durch das Autal.

Hartnäckig hat Rolf Jirowetz seinen Traum verfolgt. Mehrere Anläufe und Tausende von Arbeitsstunden nahm der ehemalige Bahnbetriebsleiter und Kraftfahrzeugmeister auf sich, um privater Eisenbahnunternehmer auf der sieben Kilometer langen Verbindung bis Wächtersbach zu werden, die 94 Jahre lang als Nebenstrecke der Bahn für Hunderttausende von Kurgästen von Bedeutung war. Der Orber Bahnhof aus dem Jahre 1926 mit seinen Fresken steht unter Denkmalschutz. Die Abschiedstour des letzten Dieselzugs erfolgte am 4. März 1995.

Bereits 1989 hatte der Schlüchterner Jirowetz bei Coburg eine kleine, verrostete und bereits zum Kletterspielzeug umfunktionierte Dampflok entdeckt. Drei Jahre restaurierte er die 40 PS starke Zugmaschine, die 1923 bei der Düsseldorfer Firma Hohenzollern geschmiedet worden war. Auch die Ausflugswaggons sind Sondermodelle: von Hand zusammengeschweißte Seitenwände alter D-Züge auf den Rahmen österreichischer Lorenwaggons, bestückt mit Holzbänken der ehemaligen Inselbahn von Wangerooge.

Als Jirowetz (69) Anfang der 90-er Jahre in Bad Orb anklopfte, winkte man dort noch ebenso dankend ab wie in Bad Soden-Salmünster, wo die Feldbahn Richtung Kinzigstausee rollen sollte. Jirowetz musste bis nach Bad Brückenau ausweichen, ehe das Signal in Bad Orb auf Grün sprang.

Auf Schmalspur

Mit Hilfe des verstorbenen Mäzen Siegfried Theimer und Bahn-Auszubildenden wurde zunächst auf 4,5 Kilometern Länge ein weiterer Schienenstrang verlegt, um die Schmalspurbahn „Emma“ auf dann noch 60 Zentimeter Spurbreite pendeln lassen zu können. Erstmals 2002 mit Tempo 20 bis zum Aufenauer Berg, wo sie „Kopf machte“ , wie das Umsetzen der Lok im Eisenbahnjargon genannt wird. Bis 2007 rüsteten Jirowetz und seine Helfer den Streckenabschnitt bis Wächtersbach samt Brücken um und passten die Abfahrtszeiten dem offiziellen Bahnverkehr an. Seither dampft der Zug von Ostern bis Ende Oktober sonn- und feiertags auf der sieben Kilometer langen Strecke und hat in den vergangenen zehn Jahren rund 50000 Gäste befördert. Der Betrieb wird ausschließlich von ehrenamtlichen Bahnfreunden organisiert. Die Einnahmen fließen in den Erhalt der Strecke.

Abfahrtszeiten sind um 11.10, 13.35 und 15.35 Uhr ab Bad Orb sowie um 11.50, 14.25 und 16.25 Uhr ab Wächtersbach. Erwachsene zahlen neun Euro für Hin- und Rückfahrt, Kinder von drei bis 14 Jahren vier Euro. Für Familien mit zwei Kindern kostet die Tour 20 Euro.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum