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Ehrenring für Otto Künzli Provokateur der Schmuckkunst

Mit dem Goldenen Ehrenring – dem „Oscar“ der Goldschmiedezunft – würdigt die Gesellschaft für Goldschmiedekunst (GfG) das künstlerische Wirken des Goldschmieds Professor Otto Künzli aus München.

25.05.2011 10:59
Otto Künzlis Werke sind in vielen bedeutenden Museen weltweit ausgestellt. Foto: Miriam Künzli

Der Ring gilt als Zeichen des Dankes und der öffentlichen Anerkennung, er ist die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Goldschmiedekunst und wurde seit 1933 an 39 international anerkannte Gold- und Silberschmiede aus dem In- und Ausland vergeben.

Er vermittelt Botschaften

Die Künstlerin Tone Vigeland aus Oslo, Ehrenringträgerin des Jahres 2008, wird den von ihr aus 18 Karat Gold geschaffenen Ring mit der künstlerischen Gestaltung des Adlers überreichen.

Otto Künzli, 1948 in Zürich geboren, gilt als wichtiger Erneuerer und Provokateur der modernen Schmuckkunst, die in München Ende der 1960er Jahre ihren Anfang nahm. Seit 1991 vermittelt er als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München eine neue Form des Schmuckdenkens – Schmuck als Medium zur Vermittlung von Botschaften. Mit seinem Schmuck setze er Zeichen, würdigen seine Kritiker: Das scheinbar schöne Geschmeide werde durch subtile, gesellschaftskritische Anmerkungen zum künstlerischen Statement. Künzli erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen; seine Arbeiten sind in den weltweit bedeutendsten Museen vertreten.

Vertraute Dinge hinterfrage er, lote sie aus, verwandele sie und lenke sie in ihren Aussagen um, heißt es über den Künstler.

Künzlis Schmuckarbeiten wirkten klar und minimalistisch, gleichzeitig bedeutungsreich und von hoher Signalwirkung, die seine Schmuck-Botschaften in alle Welt ausstrahlen lasse. „Mit seiner Interpretation von Goldschmiedearbeit mischt sich Künzli ein. Er bezieht Position in einem globalen Diskurs um die Möglichkeiten der Kunst“, urteilte die Jury, die ihn zum Preisträger kürte.

Anlässlich der Ehrenringverleihung werden im Goldschmiedehaus vom 27. Mai bis zum 9. Juni Ringe der Reihe „Hana-bi“ gezeigt, die Otto Künzli zwischen 2008 und 2011 aus Binchotan, einer besonders harten Holzkohle aus Japan, fertigte. ( ute)

Ehrenringverleihung, Samstag, 28. Mai, 18.30 Uhr, Staatspark Wilhelmsbad, Arkadenbau, Parkpromenade. Die Laudatio hält Professor Florian Hufnagl vom „The International Design Museum“, München.

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