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Bündnis für Vielfalt Hanau wappnet sich gegen NPD

Das Bündnis für Vielfalt entwickelt Strategien gegen weitere NPD-Kundgebungen in Hanau. Im vergangenen Jahr war die Rechtsextremen unter anderem am 1. Mai in der Stadt aufmarschiert.

Sollte die NPD erneut eine Kundgebung in Hanau planen, soll ihnen ein breites Bündnis entgegentreten - so wie hier im September. Foto: Sascha Rheker

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) rechnet damit, dass die NPD wieder nach Hanau kommt – wahrscheinlich schon vor der Europawahl im Mai. „Dann dürfen wir uns nicht wegducken, Ignorieren ist die falsche Taktik. Wir brauchen einen parteien- und religionsübergreifenden Widerstand gegen rechtsextreme Hetze und Intoleranz“, meint Kaminsky. „Das sind wir vor allem unseren ausländischen Mitbürgern schuldig.“

Die NPD hat die Hanauer Proteste gegen ihre Aufmärsche im vergangenen Jahr nach wie vor nicht vergessen. Die Partei begründet ihren Einspruch gegen das Bundestagswahlergebnis auch mit einer Rede, die Kaminsky im September bei einer Gegendemo hielt. Damit habe der OB das Wahlergebnis der NPD negativ beeinflusst, so die Partei. „Bei dieser Argumentation muss ich lachen, so wichtig bin ich nicht. Aber sollte meine Rede diese Wirkung gehabt haben, wäre ich erfreut.“

Kaminsky sagte all das zu Beginn des zweiten Treffens des Bündnisses für Vielfalt. Das Bündnis hatte sich gegründet, nachdem die NPD 2013 am 1. Mai und während des Bundestagswahlkampfes in Hanau aufmarschiert war. Das Ziel des Bündnisses: Rechtsextremismus mit vereinten Kräften entgegentreten und für Vielfalt werben. Nach seiner kurzen Ansprache verließ Kaminsky die Versammlung. Das Bündnis habe zwar seine volle Unterstützung, so Kaminsky. Aber er wolle, dass Bürger die Federführung übernehmen – und nicht der OB.

Astrid Pulter und Manfred Eckl vom „Beratungsnetzwerk Hessen – mobile Intervention gegen Rechtsextremismus“ moderierten das Bündnistreffen und entwickelten mit den Teilnehmern Strategien. Rund 30 Bürger waren gekommen, darunter Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) und Ausländerbeirat Atilla Ilkhan, aber auch viele Hanauer, die kein Amt in der Politik haben, etwa Mascha Jung oder Peter Jüngling vom Verein Queer Hanau, der sich für die Interessen von Lesben und Schwulen einsetzt. In einem Brainstorming sammelte das Bündnis viele Ideen und Gedanken, die aber noch konkretisiert werden müssen.

„Wir sollten unbedingt die Schulen und Vereine einbinden und uns dort vorstellen“, sagt Jüngling. „Neben offenem müssen wir auch unterschwelligen Rassismus bekämpfen“, fordert Helmut Geyer. „Feste Aktionstage“, schlägt Mascha Jung vor. Dafür tritt auch Imke Meyer ein: „Wir sollten uns dafür einsetzen, dass der 19. März, der Gedenktag des Luftangriffs auf Hanau 1945, zu einem Aktionstag gegen Krieg wird“, so Meyer. Die Ursachen für den Zweiten Weltkrieg müssten noch stärker in den Vordergrund rücken, um der Geschichtsklitterung der Rechtsextremen entgegenzuwirken. Darüber hinaus stehen folgende Ideen auf der Liste: Flyer und eine Internet-Seite, die über das Bündnis für Vielfalt informieren. Vernetzung mit anderen Initiativen gegen Rechtsextreme. Und ein detaillierter Aktionsplan, mit dem das Bündnis kurzfristig auf eine NPD-Kundgebung reagieren könnte. Außerdem will das Netzwerk wachsen. Die bisherigen Mitglieder sollen potenzielle Unterstützer ansprechen und zu den nächsten Versammlungen einladen. Die Organisation der Treffen hat Florian Muth von den Jusos übernommen.

Demnächst sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, die die Pläne weiterentwickeln. Sollte die NPD noch vor der Europawahl wieder Hanau ansteuern, will das Bündnis vorbereitet sein. Deshalb wollen sich die Aktivisten in nächster Zeit jeden Monat einmal treffen.

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