Lade Inhalte...

Brüder-Grimm-Festspiele Auszeichnung für Schauspielerin

Weil sie sowohl in Kabale und Liebe als Luise als auch als Gretel in Hänsel und Gretel überzeugte, ist Katarina Schmidt als beste Schauspielerin der diesjährigen Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau ausgezeichnet worden.

Als Gretel habe es ihr Freude bereitet, wieder Kind sein zu dürfen, sagt Schmidt, hier neben Marius Schneider als Hänsel. Foto: Festspiele

Das Urteil der Jury fiel einstimmig aus und schrieb Katarina Schmidt Eigenschaften zu, die ihr auch viele Zuschauer und Kollegen sofort zuschreiben. Von „unverwechselbarer Natürlichkeit“ und einer „selbstverständlichen Anmut, ganz gleich in welchem Genre sie agiert“ ist die Rede in der Begründung der Juroren um Helmut Geyer, dem Präsidenten der Märteswein-Vereinigung. Außerdem zeichneten Offenheit und Instinkt Schmidts Spiel aus.

Weil sie sowohl in Kabale und Liebe als Luise als auch als Gretel in Hänsel und Gretel überzeugte, ist die 27-Jährige von der Vereinigung als beste Schauspielerin der diesjährigen Brüder-Grimm-Festspiele ausgezeichnet worden. Geyer sagt, die Jury schaue sich immer mehrere Aufführungen der Nominierten an. Bei der in Darmstadt geborenen Schmidt sei ihm aufgefallen, „dass sie nach den Stücken, wenn der erste Applaus kommt, immer noch eine Weile braucht, bis sie wieder in der Realität ist – so intensiv spielt sie.“

Woher kommt die vielzitierte Natürlichkeit? Vielleicht daher, dass Schmidt noch nicht so routiniert ist. Nach dem Abitur ging sie an die Wiesbadener Schule für Schauspiel und machte dort 2011 ihren Abschluss. Bei der Aufnahmeprüfung konnte sie aber, anders als viele andere, keine Erfahrung in Schul- oder Amateurtheatergruppen vorweisen. Aber das war kein Nachteil: „Die Dozenten fanden es gut, dass ich noch nicht festgelegt, sondern formbar war.“

Sie habe sich zwar schon immer für Theater und Literatur interessiert, Ballett getanzt und auch zur Bühne hingezogen gefühlt, doch der entscheidende Schritt kam „erst“ nach dem Abitur. „Ich wollte erfahren, was ich als Schauspielerin aus mir herausholen kann“, sagt Katarina Schmidt über ihre Motivation.

2014 wurde Schmidt, die in Mainz aufwuchs zum ersten Mal für die Grimm-Festspiele engagiert, als Käthchen von Heilbronn. „Die Rolle passt gut zu mit, ich wirke träumerisch, zart, jung und lege in der Tat viel Wert auf eine natürliche Darstellung.“ An den Festspielen schätze sie die Bandbreite: „Hier kann ich in einem Klassiker und einem Märchen auf der Bühne stehen.“ Außerdem gefallen ihr das „freundschaftliche Miteinander im Ensemble“ und „die unmittelbaren, überraschenden und liebenswerten Reaktionen“ der Kinder im Publikum besonders. Auch im kommenden Jahr wird Schmidt in Hanau dabei sein, zudem steht unter anderem ein Engagement am Fritz-Rémond-Theater an.

Ein weiterer Charakterzug wird ihr nachgesagt. Bescheidenheit. Sie selbst sagt, wenn sie keine Rolle spielt, stehe sie nicht so gern im Mittelpunkt. Deshalb sei sie kurz „in Schockstarre“ verfallen, als verkündet wurde, dass sie den Preis erhält. „Ich habe mich sehr gefreut, war aber auch aufgeregt.“ Doch bei aller Bescheidenheit und Zartheit – eines hat sich Schmidt besonders vorgenommen: „Ich möchte unbedingt mal ,gegen den Typ‘ besetzt werden. Reizen würde mich zum Beispiel die Rolle der Medea.“

Lesen Sie weitere Berichte aus Hanau

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen