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Bruchköbel Zwerge suchen neue Bleibe

Eltern und Mitarbeiter sind verunsichert: Das Zwergennest, Zentrum für Frau und Familie, wird im April seinen Standort in Bruchköbel-Rossdorf aufgeben.

26.01.2011 16:06
Von Monica Bielesch

Mütter und Väter aus dem ganzen Umkreis nutzen seit rund 15 Jahren die Angebote, die sich vornehmlich an Schwangere und Familien mit Babys und Kleinkindern richten. Noch ist unklar, ob, wie und vor allem wo das Zentrum weiter existieren wird.

Christiane Bertram – sie gründete vor etwa 15 Jahren das Zwergennest – sagt auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau: „Wir hoffen alle, dass es weitergeht.“ Getragen wird das Zentrum von einer Handvoll Frauen, die in der Rossdorfer Blochbachstraße Mini-Clubs, Fabelkurse, Babymassage, Yoga für Kinder oder Geburtsvorbereitungskurse anbieten.
Momentan seien rund 60 Babys mit ihren Müttern in den Fabelkursen, einer Begleitung durch das erste Lebensjahr der Kinder. Rund 70 Kleinkinder besuchen wöchentlich eine Spielgruppe, und in den Mini-Club-Gruppen werden zurzeit 60 Kinder betreut.

Gerade die Anzahl der Mini-Club-Kinder sei in den letzten Monaten stark zurückgegangen, so Bertram. „Weil die Städte vermehrt U3-Plätze in den Kindergärten anbieten müssen“, vermutet sie. Regelmäßig finden Geburtsvorbereitungs- und -nachbereitungskurse statt, sowie Rückbildungsgymnastik oder Yoga für Schwangere. Zwar bieten rund 18 Personen Dienstleistungen rund um Babys und Familien im Zwergennest an, der feste Kern bestehe aber nur aus einer Handvoll Frauen. „Auf uns läuft auch der Mietvertrag“, erzählt Bertram. „Und dieser feste Kern löst sich aus verschiedenen Gründen jetzt auf.“ Daher werde der Standort Blochbachstraße aufgegeben. Gemeinsam mit der Heilpraktikerin Andrea Rodehau-Trenz und dem Lerntherapeuten Manfred Wiesner will die Hebamme und Kinderkrankenschwester Bertram jedoch ein neues Zentrum aufbauen. „Es soll eher eine Hebammenpraxis mit Naturheilkunde sein. Wir wollen weg von der Kleinkind-Betreuung.“ Die drei Initiatoren benötigen dafür eine Immobilie mit rund 130 bis 150 Quadratmetern Fläche sowie ausreichenden Parkplätzen. „Wir haben die Stadt Bruchköbel um Unterstützung gebeten, vor allem bei der Suche nach einer Immobilie.“

Bürgermeister Günther Maibach (CDU) habe zwar erst im vergangenen Herbst das Zwergennest besucht, aber praktische Hilfe sei von der Stadt seitdem nicht gekommen, so Bertram. Dazu Maibach: „Das Zwergennest ist kein Verein, also nicht gemeinnützig, daher können wir als Stadt keine finanzielle Unterstützung gewähren.“ Er habe sich wegen einer geeigneten Immobilie umgehört, aber nichts erreicht.

„Einen Verein zu gründen und am Laufen zu halten, wäre für uns gar nicht zu leisten, neben unseren Kursen und unserer Arbeit“, so Bertram. Das Zwergennest habe ein großes Einzugsgebiet, viele Frauen kämen aus Nidderau, sogar aus Büdesheim gibt es Teilnehmerinnen. Da Wiesner, Bertram und Rodehau-Trenz in Bruchköbel wohnen, wäre die 20000-Einwohner-Stadt ihr Wunschstandort. Aber mittlerweile suchen sie auch in den umliegenden Kommunen nach geeigneten Räumen. Und Bertram zeigt sich enttäuscht von der städtischen Haltung: „Die Stadt Bruchköbel gibt vor, kinderfreundlich zu sein, aber kümmert sich nicht.“

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