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Bad Vilbel Weitere Renaturierungen geplant

Bad Vilbel Nach Nidda und Erlenbach soll auch die Nidder naturnah umgestaltet werden.

Auch die Nidder bei Gronau soll neu gestaltet werden. Foto: Michael Schick

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Nach dem Erlenbach soll künftig noch ein weiterer Nebenfluss der Nidda mit finanzieller Unterstützung der Gerty-Strohm-Stiftung renaturiert werden. Der Gronauer Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer (CDU) äußerte in einer Mitteilung, es sei geplant, den Abschnitt der Nidder von deren Mündung in die Nidda bis zur Gemarkungsgrenze von Niederdorfelden naturnah umzugestalten. „Gemeinsam mit der Gerty-Strohm-Stiftung wollen wir dieses Vorhaben realisieren“, kündigte Schäfer an. Diese „Idee“ sei auch vom Bad Vilbeler Rechtsanwalt und Notar Jehner, der die Stiftung leitet, und dem zuständigen Grünflächendezernenten, Stadtrat Klaus Minkel (CDU), „positiv aufgenommen worden“.

Jehner habe schon mit vielen Projekten in und um Bad Vilbel unter Beweis gestellt, dass er die naturnahe Umgestaltung der heimischen Fließgewässer konsequent verfolge. Mit der Renaturierung der Nidder setze sich dieses Engagement fort. Auch Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) habe inzwischen seine Unterstützung für das Projekt zugesichert, so Schäfer .

Nach Angaben des Ortsvorstehers muss allerdings noch geklärt werden, wie die Arbeiten konkret ausgestaltet werden sollen. Mit den Planungen soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Wenn alles nach Plan verlaufe, könnten im nächsten Jahr die Bagger anrollen, „um wieder ein Stück Natur mehr nach Gronau zurückzubringen“.

Die Renaturierung der Nidda ist unweigerlich mit dem Namen Gottfried Lehr verbunden, der in Bad Vilbel ein Büro für Gewässerökologie betreibt. Wenn er über die Nidda und ihre Nebenflüsse spricht, dann kommt er schnell ins Schwärmen. Seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten liegt dem Bad Vilbeler Landschaftsarchitekten die naturnahe Umgestaltung des Main-Nebenflusses am Herzen. Vor einem Jahr hat der „Nidda-Papst“, wie er auch genannt wird, eine neue Fluss-Schleife zwischen Klein-Karben und Bad Vilbel-Dortelweil ausbaggern und fluten lassen. In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten war Lehr für mehr als 100 Flussrenaturierungen in der Region verantwortlich. Sein erstes Projekt realisierte er 1989 in der Nähe der Alten Mühle in Bad Vilbel. Anfang der neunziger Jahre gestaltete er dann das sogenannte „Nidda-Knie“ bei Dortelweil und Flächen in der Nähe von Gronau naturnah um. Seither hat er mit schweren Baugeräten unzählige Flachwasserzonen, Buhnen, Buchten und Kiesbänke an verschiedenen Flüssen angelegt. Der Erfolg der Nidda-Renaturierung hat nach den Worten Lehrs „viele Väter“: haupt- und ehrenamtliche Naturschützer, Angler, Politiker, Sponsoren und Unternehmer arbeiteten seit Jahren konstruktiv und sachlich miteinander zusammen.

Nachdem Projekte der vergangenen Jahre bei Dortelweil, Gronau und nahe der Büchereibrücke in der Bad Vilbeler Innenstadt abgeschlossen sind, hat Lehr kürzlich am Erlenbach bei Massenheim den Unterbau eines Wehrs, das vor mehr als zehn Jahren schon zwei Sprengungen standhielt, mit einem Bagger entfernen lassen. Auch dieses Renaturierungsprojekt wurde von der Gerty-Strohm-Stiftung finanziert. Stiftungsvorstand Jehner hält sich stets vornehm zurück, wenn es um die Frage nach den Kosten für die Bauarbeiten geht.

Die 1912 in Frankfurt geborene Unternehmerin Gertrud Strohm war Anfang März 2000 in Bad Homburg verstorben. Die Gründung der gemeinnützigen Stiftung, die ihren Sitz in Frankfurt hat, erfolgte noch zu ihren Lebzeiten im Herbst 1996. Zweck der Stiftung ist neben der „Schaffung von Lebensräumen für die Tierwelt“ – wie bei der Nidda-Renaturierung – die Förderung von Tierheimen und der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft.

Zur geplanten Renaturierung der Nidder ist allerdings noch anzumerken, dass sich die Gronauer Christdemokraten schon einmal – und zwar Ende Mai 2013 – für dieses Vorhaben stark gemacht hatten. Bis auf die naturnahe Anbindung des Scharmühlgrabens an die Nidder ist bis dato allerdings nichts geschehen.

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