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AfD in Hanau Attacke auf Gewerkschafter verurteilt

Anhänger der AfD sollen in Hanau einen Gewerkschafter angegriffen haben. Der Mann ist auf dem Weg der Besserung. Die AfD bezweifelt die Angaben des DGB. SPD und Linke verurteilen den Angriff.

AfD
Die AfD hat in Hanau eine Veranstaltung angehalten. (Symbolbild) Foto: dpa

Nachdem ein Gewerkschafter bei einer Kundgebung gegen eine AfD-Veranstaltung von Anhängern der Partei attackiert worden sein soll, haben SPD und Linke ihre Solidarität mit dem Betroffenen und dem DGB erklärt. Ein Angriff auf den Gewerkschaftsbund sei „ein Angriff auf uns alle“, teilte Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel mit. Die AfD-Führung habe „die Verrohung der Sprache“ zum Programm gemacht, darauf folge die „Verrohung des Menschen“. Sie habe sich weder bei dem Opfer entschuldigt noch von den Tätern distanziert. Wer die AfD unterstütze, stelle sich hinter eine „Gruppierung, die Einschüchterung und körperliche Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden duldet.“

Auch die Linken-Landesvorsitzenden Heidemarie Scheuch-Paschkewitz und Jan Schalauske sehen in dem Vorfall einen Beleg für eine „drastische Verrohung“: Offenbar befördere die AfD nicht nur programmatisch die Spaltung der Gesellschaft und stehe für eine antigewerkschaftliche Politik. Von Teilen der AfD-Anhänger gehe wohl auch eine „konkrete Gefahr für Gewerkschafter, Linke und Demokraten“ aus.

Nach DGB-Angaben war ein Ordner während der „lautstarken, aber friedlichen“ Demo am Freitag in Hanau-Steinheim von zwei AfD-Sympathisanten angegriffen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden. Zuvor habe er einen der Männer aufgefordert, den Platz zu verlassen, weil dieser DGB-Geschäftsführerin Ulrike Eifler bedrängt habe. So schildert es auch der Betroffene. Der Störer habe Eifler angepöbelt, „wollte ihr das Mikro wegnehmen“, sagt Helmut W. und fügt hinzu, er habe ihn weggeschoben und sich nach einem Wortwechsel kurz weggedreht, nicht mit einem Angriff gerechnet. Ein zweiter Mann sei hinzugekommen. Er habe noch gespürt, wie jemand zudrückte, „dann gingen die Lichter aus“. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und Prellungen, klagt noch über Schmerzen. „Langsam geht es besser. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn er weiter zugedrückt hätte.“

Die Polizei verwies am Dienstag auf den Stand vom Vortag: Demnach wird gegen alle Beteiligten, die sich gegenseitig angezeigt haben, wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt. Die Auseinandersetzung habe zwischen zwei 74 und 71 Jahre alten Männern und einem 43-Jährigen stattgefunden und solle mit „wechselseitigen Handgreiflichkeiten“ zu Ende gegangen sein.

„Die AfD lehnt Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung kategorisch ab“, sagt AfD-Landessprecher Klaus Herrmann. Sollten die mutmaßlichen Angreifer Mitglieder sein, würden Konsequenzen gezogen. Er wünsche dem Betroffenen alles Gute. Es sei aber „unverantwortlich, wie der DGB einen völlig ungeklärten Vorfall für eine Kampagne gegen die AfD nutzt“, statt die Ermittlungen abzuwarten. Er sieht „enorme Unterschiede“ zwischen den Angaben des DGB und der Polizeimitteilung. Sein Sprecherkollege Robert Lambrou wirft den Protestierenden Aggressivität vor. Das einzige Opfer körperlicher Gewalt, das er gesehen habe, sei ein älterer Mann mit kaputter Brille und Blutspuren gewesen, „der in den Saal kam und sagte, er sei von einem Demonstranten vor der Halle unvermittelt geschlagen worden“.

Am Montag hat ein Zeuge, der an der Kundgebung teilgenommen hatte, die DGB-Darstellung bestätigt. Der Angriff sei vom AfD-Anhänger ausgegangen. Demonstranten hätten einschreiten müssen, weil er W. gewürgt und nicht von ihm abgelassen habe. Dabei sei der Mann ebenfalls verletzt worden. Am Dienstag meldete sich noch ein Beobachter zu Wort. Auch der Juso berichtet, ein älterer Mann habe W. in den Schwitzkasten genommen.             

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