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Wohnen in Rodgau 30 neue Sozialwohnungen in Rodgau

Die Stadt Rodgau (Kreis Offenbach) baut am Ortseingang von Jügesheim drei Solitärgebäude aus eigener Tasche.

Wohnen in Rodgau
Der Entwurf eines Berliner Architekturbüros setzte sich unter 25 Wettbewerbsbeiträgen durch. Foto: DE+ Architekten GmbH, Berlin

Mit ihrem sozialen Wohnungsbau ist die Stadt Rodgau schon einmal böse auf die Nase gefallen, als Mieter der 2012 errichteten barrierefreien Sozialwohnungen in der Ludwigstraße 58 wegen zu hoher Nebenkosten vor Gericht zogen. Damit das nicht noch einmal passiert, hat die Stadt Experten planen lassen: In einem Architektenwettbewerb wurden Lösungen für 30 neue Sozialwohnungen gesucht, die auf einem 3500 Quadratmeter großen Areal an der Dudenhöfer Straße, Ecke Mühlstraße, in Jügesheim entstehen sollen. 

56 Planungsbüros bewarben sich zur Teilnahme am Realisierungswettbewerb, drei wurden vorab gesetzt, 22 per Losverfahren ausgewählt. Mitte April ermittelte ein Preisgericht die besten Entwürfe. Am Montagabend gab nun die Mehrheit der Stadtverordneten dem Entwurf des Wettbewerbssiegers ihr Placet: DE+ Architekten GmbH aus Berlin wird die 30 Wohneinheiten in drei baugleichen Solitärbauten schaffen, die leicht verdreht in einer Reihe stehen. Diese Anordnung garantiert eine gute Belüftung und Belichtung. Neben Zwei- und Vierzimmerwohnungen für Familien entsteht knapp ein Drittel Einzimmerwohnungen. Das Dach wird begrünt, so schaffen die Berliner Architekten den Ausgleich für die versiegelten Flächen. Für die Wärmeversorgung ist ein zentral angeordnetes Blockheizkraftwerk vorgesehen. Bestehende Bäume sollen auf dem Areal so weit wie möglich erhalten und teilweise gezielt ergänzt werden.
Rund fünf Millionen Euro lässt sich die Stadt den bezahlbaren Wohnraum am Ortseingang von Jügesheim kosten – aus eigenen Mitteln finanziert, ohne Geld aus dem Landesprogramm für sozialen Wohnungsbau in Anspruch zu nehmen, da dies mit einem erheblichen Maß an Bürokratie verbunden wäre.

„Der Preisträger ist ein Architektenbüro, das hochkarätige Projekte vorweisen kann“, sagte Martina Sertic (FDP) in der Stadtverordnetensitzung und nannte beispielhaft die städtische Markthalle Marheineke in Berlin-Kreuzberg, die sie als hell, modern und attraktiv kennt. „Ich freue mich auf etwas Berliner Flair in Rodgau“, erklärte sie.

„Wir müssen aufhören zu suggerieren, wir schaffen etwas, was sich jeder leisten kann“, sagte dagegen Otto Melzer (ZmB). Der Magistrat sei bei dem Projekt die Wirtschaftlichkeitsberechnung schuldig geblieben. Man müsse wohl 8,50 Euro pro Quadratmeter verlangen. Wenn nicht, unterhalte man sich über Subventionen, die die Allgemeinheit bezahle. Seine Partei enthielt sich denn auch bei der Abstimmung.

Auch Bernhard von der Au (CDU) schoss in diese Richtung – wenn auch die Christdemokraten für das Projekt stimmten. Die Gemeindehaushaltsverordnung besage, dass bei Investitionen von erheblicher Bedeutung ein Wirtschaftlichkeitsvergleich zu ermitteln sei – inklusive Schätzung der jährlich entstehenden Haushaltsbelastungen. Diese Darstellung habe die CDU-Fraktion schon in der Ausschusssitzung vermisst.

Bereits im Vorjahr schuf die Stadt am Mühlweg in Weiskirchen zwölf Dreizimmerwohnungen für sozial Schwache. Die zwei baugleichen Häuser ersetzen einen Altbau, in dem bis 2016 Obdachlose wohnten. Acht Euro pro Quadratmeter sind dort als Kaltmiete zu zahlen.

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