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Selma-Lagerlöf-Schule Warten auf den Gong

Die 103 Lagerlöf-Schüler verlassen vorübergehend ihr Domizil in Zeppelinheim. Während es saniert wird, schlüpfen sie in der Brüder-Grimm-Schule unter. Von Achim Ritz

19.11.2009 00:11
Achim Ritz
Die Selma-Lagerlöf-Schule in Zeppelinheim wird saniert. Foto: FR/Rheker

Der Gong zum Beginn und Ende des Unterrichts wird für die Kinder neu sein. In der kleinen Grundschule des Neu-Isenburger Stadtteils Zeppelinheim gibt es so etwas nicht. Da sagt die Lehrerin, wann die Bücher und Hefte zusammengeklappt werden dürfen. Doch die 103 Mädchen und Jungen der Selma-Lagerlöf-Schule werden nach den Weihnachtsferien ihre beschauliche nach der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf benannte Dorfschule wegen der Sanierung verlassen und während der Bauarbeiten in die Brüder-Grimm-Schule in die große Stadt umziehen. Dort wird im Schulalltag der Fünf- bis Zehnjährigen noch einiges mehr ungewohnt sein.

Das geht schon morgens um kurz nach sieben Uhr los. Viele müssen künftig früher aufstehen. Die 70 Zeppelinheimer Kinder fahren mit dem Schulbeginn Anfang Januar erstmals mit einem Bus zum Unterricht. "Da freuen sich viele schon drauf", sagt Gabriele Zirkel, Konrektorin der Zeppelinheimer Einrichtung, die eine Dependance der gleichnamigen Grundschule in Buchschlag ist. Neue Schule, Bus fahren nach Neu-Isenburg - das habe für die Kinder auch Abenteuer-Charakter, sagt eine andere Pädagogin.

Es gibt auch Ängste

Viele Eltern der Zeppelinheimer Grundschüler blicken dem temporären Umzug ihrer Kinder in die Brüder-Grimm-Gesamtschule allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen "Es gibt auch Ängste", sagt die Konrektorin. Einige Mütter wünschten sich aus Sicherheitsgründen, dass ihre Kinder künftig zu Hause vom Busfahrer abgeholt werden und nicht selbst zur Bushaltestelle gehen müssten. "Der Umzug ist ein großes Ding", meint auch der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Michael Gruber und ergänzt, "nicht für die Kinder, sondern für Eltern, die sich fragten, ob ihre Kinder an der Grimm-Schule gut aufgehoben sind.

Mit der Unterbringung in der Interims-Schule in der Isenburger City seien die elf Lehrerinnen des Kollegiums der Zeppelinheimer Grundschule zufrieden, sagt die Konrektorin. Es werde in der Brüder-Grimm-Schule genügend Räume geben, sogar eine kleine Turnhalle und einen eigenen Schulhof hätten die Lagerlöf-Kinder. Die jungen Gäste aus dem Stadtteil klinken sich aber nicht in die Infrastruktur der großen Gesamtschule ein. Zum Mittagessen und zur Nachmittagsbetreuung - derzeit bleiben nach dem Unterricht drei Dutzend Kinder - fahren die 70 Schüler künftig um 13.15 Uhr wieder nach Zeppelinheim, aber nicht in ihre alte Schule. Die Mahlzeiten werden in Containern am Sportplatz serviert.

Auf dem Nachhauseweg können die Schüler dann sehen wie aus ihrer alten Schule bis zu den Herbstferien 2010 eine neue wird. Der Kreis investiert mit Hilfe des Konjunkturprogramms knapp zwei Millionen Euro. Der Klassentrakt bleibt im Kern stehen und wird vor allem energetisch saniert. Die WC-Anlage und der Pavillon werden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

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