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Selbsthilfegruppen Wichtige Adressen für Migranten

Mehr als 150 Selbsthilfegruppen aus Stadt und Kreis sind in einer neuen Broschüre verzeichnet, die jetzt herausgekommen ist. Hinzu kommen Organisationen und Beratungsstellen. Bezahlt hat die 3500 Exemplare die AG der Ersatzkassen.

Selbsthilfegruppen in Stadt und Kreis wollen verstärkt auf Menschen mit Migrationshintergrund zugehen. So hat das neue Gruppen-Verzeichnis Vorworte in zehn Sprachen. Zudem startete am Dienstag die Vortragsreihe „Gesundheit konkret“. Dort würden mit Depressionen, Aufmerksamkeitsdefizit, Essstörungen und Diabetes Themen behandelt, die Migranten in einer Umfrage als interessant angegeben hätten, sagt Thomas Schüler vom Selbsthilfebüro Offenbach.

Mehr als 150 Selbsthilfegruppen aus Stadt und Kreis stehen in der Broschüre; hinzu kommen Organisationen und Beratungsstellen. Bezahlt hat die 3500 Exemplare die AG der Ersatzkassen.

Der Bogen reicht von der Aidshilfe, der Gruppe „Erwachsene Kinder suchtkranker Eltern“ sowie Diabetes- und Krebsgruppen über Gruppen von Menschen mit psychischen Erkrankungen bis hin zu Schlaganfallpatienten.

Gegründet haben sich auch einige neue Gruppen. So treffen sich im Selbsthilfebüro beim Paritätischen in Offenbach Menschen mit Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie). Zusammengefunden haben sich dort auch Männer, die als Jungen missbraucht wurden. In Seligenstadt können Betroffene über das Leben mit Osteoporose sprechen, in Obertshausen tauschen sich bei „Verwitwet.de“ Menschen aus, die ein Elternteil oder ein Kind betrauern.

Neu ist die Überschrift Migration. Bisher stehen dort nur zwei Gruppen, ein internationaler Frauentreff und die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Behinderten mit Migrationshintergrund. Dieses Kapitel soll größer werden, wünschen sich Schüler und sein Kollege Rainer Marx von der AG der Selbsthilfegruppen in Stadt und Kreis. Möglich seien beide Lösungen: Migranten gründen eigene Gruppen, oder sie schließen sich bestehenden an.

Stärkung der Selbsthilfegruppen

Dabei müsse aber auch die Selbsthilfe an sich bekanntgemacht werden, sagt Schüler. Denn in vielen Kulturen sei diese Form des Umgangs mit einer chronischen Krankheit oder schwierigen Lebenssituation gar nicht bekannt. Auch Sozialdezernentin Birgit Simon (Grüne) hält es für wichtig, Migranten in diese Arbeit einzubeziehen.

Bestehende Gruppen haben unterschiedliche Erfahrungen. So seien in der Parkinson-Vereinigung zwei Migranten, die perfekt deutsch sprächen, sagt Gruppenleiter Ronald Böhm. Andere berichten von Sprachschwierigkeiten in ihren Gruppen.

Doch ganz unabhängig von der Herkunft der Mitglieder hätten viele Selbsthilfegruppen ein anderes Problem, sagt Schüler: Sie überaltern. Viele junge Menschen informierten sich im Internet und tauschten sich dort in Chatforen aus. Dennoch ist das persönliche Gespräch wichtig, ist Edith Schüratzki, die sich bei den Guttemplern für Alkoholkranke engagiert, überzeugt: „Selbsthilfegruppen stärken im Alltag.“

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