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Schulen in Hessen Der Kreis Offenbach baut wieder Schulen

Im Kreis Offenbach werden Gymnasien erweitert. Einige wie die Goetheschule in Neu-Isenburg sind an ihrer Kapazitätsgrenze.

Schulen im Kreis Offenbach
Ein Bagger und ein Erdhaufen zeugen vom Beginn der Ausbauarbeiten an der Goetheschule in Neu-Isenburg. Foto: Annette Schlegl

Ohne Moos nix los: Lange Jahre hatte der Kreis Offenbach kein Geld für Schulneubauten und -erweiterungen, obwohl er Schulträger ist. Mancherorts, wie etwa in Rodgau, sprangen die Kommunen freiwillig ein und errichteten die dringend erforderlichen Gebäude. Dank Zuschüssen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes und des Bundes kann der Kreis jetzt endlich wieder bauen. Ein großer Erdhügel und ein Bagger vor der Goetheschule Neu-Isenburg zeugen von dem Beginn des Erweiterungsbaus – und davon, dass der Kreis wieder „flüssig“ ist. Am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim konnten die Bauarbeiten nun ebenfalls gestartet werden.

„Schulbaumaßnahmen waren im Kreis Offenbach in den vergangenen Jahren eher Mangelware“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) bei einem Ortstermin in Neu-Isenburg. Im Vorjahr flossen aus dem KIP aber 8,2 Millionen Euro an den Kreis Offenbach – und somit können Schulerweiterungen in Angriff genommen werden. Die kooperative Heinrich-Mann-Schule Dietzenbach ist schon aufgestockt, und nun werden mehr Räume für die Goetheschule Neu-Isenburg und das Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim geschaffen. Eine Kantine an der Brüder-Grimm-Schule Neu-Isenburg soll folgen.

Die Goetheschule ist an der Kapazitätsgrenze. Rund 940 Schüler besuchen derzeit das einzige Gymnasium in Neu-Isenburg. Pro Jahrgang werden fünf Klassen unterrichtet, im kommenden Schuljahr soll sechszügig gearbeitet werden. „Wenn man dem Schulentwicklungsplan glaubt, werden wir perspektivisch vielleicht sogar 1450 Schüler haben und achtzügig sein“, sagte Schulleiter Ralph Hartung. Das ist den neuen Wohngebieten Birkengewann, Stadtquartier Süd und Am Kalbskopf geschuldet, die voraussichtlich Platz für 3400 Einwohner bieten. Darüber hinaus würden immer mehr Schüler ans Gymnasium wechseln, so Hartung. 2020 wird die Schule wieder von G8 auf G9 umstellen, und auch das erforderte zusätzliche Kapazitäten.

Abhilfe soll nun ein L-förmiges, zweigeschossiges Gebäude schaffen, das auf dem Gelände entlang der Offenbacher Straße entsteht. Acht Klassenräume wird es fassen, dazu noch einen Musikraum im Erdgeschoss und einen Kunstraum im Obergeschoss. Der Eingangsbereich mit dem Haupttreppenhaus wird als zweigeschossige Halle angelegt, in der auch kleinere Veranstaltungen stattfinden können. Damit schafft man Ersatz für die Aula, die im Bestandsgebäude zugunsten der Kantine aufgegeben werden musste. Laut Stefan Hambach vom Fachdienst Gebäudewirtschaft ist auch an Sitzgelegenheiten im Außenbereich gedacht, und es ist auch möglich, das Gebäude in Richtung Fröbelschule zu erweitern.

Der Kreis kalkuliert mit 3,6 Millionen Euro für den Erweiterungsbau, der im Sommer 2019 bezogen werden soll. Das Ganze ist aber eine Gleichung mit zwei Unbekannten: „Handwerker und Handwerksunternehmen zu bekommen, ist aktuell sehr schwierig“, sagte Claudia Jäger. Außerdem seien Preissteigerungen von zehn bis 25 Prozent gegenüber den Kostenvoranschlägen keine Seltenheit.

In Mühlheim bald mehr Platz

Die zusätzlichen acht Klassenräume für das Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim lässt sich der Kreis rund 2,3 Millionen Euro kosten. Im Laufe des Schuljahres 2019/2020 werden die Mittelstufenschüler dann endlich mehr Platz haben, die derzeit noch mit 30 Personen in den kleinen Kursräumen sitzen. In den anderen Klassen liegt die Klassenstärke bei 20 Schülern.

Auf dem südlichen Teil des Schulgrundstücks entsteht der Neubau, mit dem auch ein überdachter Pausenbereich geschaffen wird. Damit vom Schulhof möglichst viel Fläche übrig bleibt, wird das Gebäude dreigeschossig auf Ständern errichtet. Die Weitsprunganlage muss weichen und wird nach Abschluss der Arbeiten neu errichtet.

Der Bund und das Land Hessen haben inzwischen übrigens ein zweites Kommunalinvestitionsprogramm aufgelegt. Dabei fließen weitere 22,5 Millionen Euro an den Kreis Offenbach, die erneut in die Schulen investiert werden können. Welche das sein werden, muss allerdings erst noch beschlossen werden.

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