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Rödermark Mehr Gäste und mehr Angestellte

Die Sauna-Betreiber im Badehaus ziehen nach zehn Monaten eine positive Bilanz. Auch bei der Stadt ist man mit der Entwicklung zufrieden.

Michaela Butz ist Geschäftsführerin der Saunaritter. Foto: Renate Hoyer

Wenn Michaela Butz, Leiterin der Sauna im Badehaus, ins Schwitzen kommt, dann nur, weil sie an einem der extra heißen Aufgüsse teilnimmt. Die Geschäftszahlen rund um die Sauna stimmen Butz zufrieden. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt sie. Seit rund zehn Monaten ist die Sauna nicht mehr in städtischer Hand, sondern wird von den Saunarittern betrieben.

Während in Offenbach kürzlich die Stadt dem EOSC, dem Trägerverein des dortigen Schwimmbades, mit 531 000 Euro vor der Insolvenz retten musste, ist man in Rödermark mit der Kooperation mit dem Verein zufrieden. Der entscheidende Unterschied zu Offenbach: Während dort ein Verein das Schwimmbad führt, hat in Rödermark der Verein Saunaritter eigens eine GmbH gegründet.

„Bei einer GmbH gibt es einen verlässlichen Ansprechpartner, in einem Verein würde der bei Vorstandswechseln immer ausgetauscht werden“, sagt Butz. Außerdem sei eine GmbH auch in Fragen der Haftung sicherer als ein Verein. „Ich kann jedem Verein, der etwas städtisches in Eigenregie weiterführen will, nur raten, eine Gesellschaft zu gründen“, sagt sie.

Der 2006 eröffnete Saunabetrieb im Badehaus war das Sorgenkind der Stadt und zeichnete sich vor allem durch geringe Besucherzahlen und hohe Verluste aus. 2014 waren es 15 000 Besucher, die Stadt musste ein Defizit von 212 000 Euro verzeichnen, Erster Stadtrat Jörg Rotter (CDU) kündigte daraufhin an, „neue Wege“ gehen zu wollen. Zum 1. Oktober 2015 übernahmen die Saunaritter schließlich den Betrieb.

Bis 2017 wolle man jährlich 25 000 Besucher erreichen, gab Butz vergangenes Jahr als Ziel aus. „Und die werden wir schaffen, es läuft gut“, sagt sie. Rund 100 Besucher seien es täglich in den Monaten von Oktober bis April gewesen. „In den Sommermonaten sind es weniger, aber wir sind zufrieden“, sagt sie. „Selbst wenn es mal nur 37 Besucher sind, so essen und trinken 35 von ihnen bei uns etwas. Das ist eine sehr gute Zahl“, sagt sie.

Denn seit 1. April gibt es mit Winfried Gotta einen neuen Koch in der Saunagastronomie. „Seine Kreationen von vegan bis mediterran kommen sehr gut an“, sagt Butz. Besonders gefragt sei der gebeizte Lachs. „Uns war wichtig, eine sehr gute Gastronomie zu bieten“, sagt sie. Sechsmal im Jahr werde zu besonderen Themenveranstaltungen geladen. „Bei der ersten im Oktober wurden wir förmlich überrannt“, erinnert sie sich. Seitdem wurde auch das Personal aufgestockt: Statt drei Festangestellten und vier Minijobbern gibt es inzwischen fünf Festangestellte und zehn Minijobs.

Seit 1. Juli betreiben die Saunaritter auch den zuvor anderweitig verpachtete Wellness-Bereich. „Wellness und Sauna gehören einfach in eine Hand“, sagt Butz. Froh über sein neues Tätigkeitsfeld ist auch Aufgussmeister Werner Ehlert, der seit 1. Oktober in der Sauna arbeitet. „Hier lassen sich auch meditative Angebote, etwa mit Klangschalen-Begleitung oder indianische Aufgüsse, verwirklichen“, sagt Ehlert. Ehlert betätigt sich bei Aufgüssen auch als Märchenerzähler oder arbeitet mit eigens zusammengestelltem Räucherwerk.

„Wir haben die Liegen im Außenbereich aufgestockt und alle Verbotsschilder entfernt“, sagt Butz. Nur kleine, humorvolle Hinweise erinnern daran, Liegen nicht zu reservieren oder im Ruheraum zu schweigen. Die reparaturanfällige Schneekabine soll nach Wünschen der Saunaritter schon bald einer Infrarot-Kabine weichen. „Außerdem habe ich schon mit der Stadt über die Einrichtung einer zusätzlichen holzbefeuerten Außensauna gesprochen“, sagt Butz.

Auch bei der Stadt ist man mit der Entwicklung zufrieden. „Mit den Saunarittern gibt es eine sehr konstruktive Zusammenarbeit“, sagt Wolfgang Mieth, Betriebsleiter der Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR). Die KBR seien mit dem Konstrukt der Geschäftsbeziehung zu den Saunarittern und bezüglich der finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt der KBR zufrieden. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt er.

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