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Rödermark Elta steht vor dem Aus

60 Mitarbeiter der Firma Elta in Ober-Roden verlieren ihren Arbeitsplatz. Der Elektroimporteur wird abgewickelt, der Standort zum 30. Juni stillgelegt. Von Maurice Farrouh

06.02.2010 00:02
Maurice Farrouh
Das Unternehmen Elta im Gewerbegebiet Ober-Roden steht vor der Schließung. Ende Juni sollen bei dem Importeur asiatischer Elektrogeräte die Lichter ausgehen. Das bestätigte die Geschäftsleitung auf Anfrage. Rund 60 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Grund für die Entscheidung sei "der verschärfte Wandel der internationalen Handelsmärkte". Foto: Monika Müller

Das Unternehmen Elta im Gewerbegebiet Ober-Roden steht vor der Schließung. Ende Juni sollen bei dem Importeur asiatischer Elektrogeräte die Lichter ausgehen. Das bestätigte die Geschäftsleitung auf Anfrage. Rund 60 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Grund für die Entscheidung sei "der verschärfte Wandel der internationalen Handelsmärkte".

Der Standort in Rödermark wird zum 30. Juni stillgelegt, teilt Geschäftsführer Peter Reisch mit. Die Gesellschaft bleibe vorerst bestehen, um rechtliche Verpflichtungen gegenüber Kunden, Vertragspartnern und Mitarbeitern zu erfüllen.

Ebenfalls geschlossen wird der Standort von Elta in Polen. Die separate Gesellschaft Elta Hongkong ist dagegen nicht betroffen. "Die Marke Elta bleibt am Markt erhalten. Elta ist seinen Kunden nach wie vor ein zuverlässiger Lieferant", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Verhandlungen über einen Sozialplan

Geschäftsführung und Betriebsrat in Rödermark wollen jetzt über einen Sozialplan verhandeln. "Die Gespräche stehen noch am Anfang", sagt Betriebsrat Helmut Matzke. Die Stilllegung sei "eine unternehmerische Entscheidung", die er nicht kommentieren wolle, so der Betriebsrat. Es gelte jetzt, die bestmögliche Lösung für die Mitarbeiter zu erzielen. Dabei seien "Schuldzuweisungen nicht hilfreich".

Für 60 Büroangestellten kam die schlechte Nachricht völlig überraschend, sagte eine Mitarbeiterin der Frankfurter Rundschau. "Wir haben nichts geahnt." Auch die städtische Wirtschaftsförderung hat die Nachricht von der Schließung des Importhändlers überrascht. "Wir haben im Vorfeld nichts davon erfahren", sagt Volkswirt Norbert Rink vom Vorstand des städtischen Innovationscentrum Rödermark.

Er strebe nun Gespräche mit der Geschäftsführung an, um bei der Vermarktung des Grundstücks behilflich zu sein, so Rink. Die Chancen dafür stünden nicht schlecht. Der 2001 bezogene Firmensitz an der Carl-Zeiss-Straße - Elta saß vorher in Dreieich - sei "ein ansehnliches Gebäude", der Leerstand an Büroflächen in Rödermark gering, so Rink.

"Völlig unverständlich" nennt der frühere langjährige Gesellschafter und Geschäftsführer Hans-Peter Senn die Schließung von Elta. Senn stand fast 30 Jahre an der Spitze des Elektroimporteurs. 2008 verkaufte er seine Anteile und trat in den Ruhestand. "Dieser Schritt ist für mich nicht nachvollziehbar."

"Erhalt ist nicht gewollt"

Senns Ansicht nach hätte es genügt, das Unternehmen zu verkleinern. "Aber offenbar fehlt dem Mutterkonzern der Wille, den Betrieb zu erhalten." Nach dem Rückzug von Senn hatte die Elta-Führung mehrfach gewechselt.

Seit einem Jahr gehört das Unternehmen mehrheitlich der Beteiligungsfirma Emdequity des Geschäftsmanns Malte Daun. Seinen Einstieg nannte Daun damals in einer Fachzeitschrift "ein Bekenntnis für die Zukunft".

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