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Rödermark Die Welt zu Gast am Ententeich

Zusammen mit dem Autor Peter Völker aus Gründau hat Bürgermeister Kern eine Gedichtsammlung herausgegeben, die das Welt-Poesie-Festival vom 8. bis 12. September in Rödermark begleiten wird.

Roland Kern, der „der poetischste aller Bürgermeister“. Foto: stadt rodermark

Roland Kern sei vielleicht „der poetischste aller Bürgermeister“, hat Landrat Oliver Quilling (CDU) am 65. Geburtstag des Rödermärker Stadtoberhauptes gesagt. Jetzt, fast vier Jahre später, macht er dieser Behauptung, die er damals durchaus als Kompliment empfand, alle Ehre: Zusammen mit dem Autor Peter Völker aus Gründau hat Kern eine Gedichtsammlung herausgegeben, die das Welt-Poesie-Festival vom 8. bis 12. September in Rödermark begleiten wird.

244 Seiten umfasst der weltumspannende Gedichtband, an dem Bürgermeister Kern (AL/Grüne) kräftig Teil hat. In dem Buch sind Werke in Englisch, Deutsch und der jeweiligen Muttersprache des Autors abgedruckt. Selbst zur Feder gegriffen hat Kern dabei zwar nicht, doch zusammen mit Peter Völker hat er die Anthologie – eine Sammlung ausgewählter Texte oder Auszüge in Buchform – konzipiert und die Gedichte zusammengestellt. „Der Text, der mir zugeschrieben werden kann, ist nur das Vorwort“, meint er bescheiden.

Kern könnte bestimmt auch anders – denn er schreibt selbst. „Aber sehr zurückhaltend“, sagt er. Was genau, will er aber nicht verraten. „Kleine Sachen mit größeren Gedanken.“ Kostproben seiner lyrischen Ader hat so mancher schon in seinen Grußworten erlebt. Deutsche Dichterfürsten kommen dort hin und wieder in Zitaten zu ihrem Recht.

„Kleine Sachen mit größeren Gedanken“

Lachend erzählt Kern, dass er schon einmal ein Buch herausgegeben hat – vor 40 Jahren zum Geburtstag eines Freundes. „Idiot pajot“, russisch für: Der Idiot singt. Er habe damals spaßeshalber Russisch gelernt, begründet er den Titel. „Limericks und Animalerotika“ sei der Inhalt gewesen, „in einer Auflage von zwei Stück in der Druckerei meines Vaters von mir selbst gesetzt, gedruckt und gebunden“.

Belesener, weiser – und vor allem Bürgermeister ist er mittlerweile geworden. Und er hat eine Affinität zum großen deutschen Dichter Friedrich Schiller entwickelt. „Gerade über Schiller bin ich zu Gedichten gekommen“, sagt er und berichtet, er habe schon zweimal an Schiller-Colloquien teilgenommen.

Beim Besuch des ersten Colloquiums am 8. Mai 2015 in Leipzig wurde der Grundstein für das Rödermärker Welt-Poesie-Festival und die Anthologie gelegt. Er habe bei dieser Veranstaltung den Gründauer Peter Völker kennengelernt, erinnert sich Kern. Bei einem Vortrag am 10. November im Schillerhaus über „Schiller und seine Bürgergemeinheit“ sah man sich wieder, ging gemeinsam essen und kam auf die „wunderbare Idee“, so Kern, ein Welt-Lyrik-Festival in Rödermark auf die Beine zu stellen. „Ich war völlig begeistert von Völkers Vorschlag“, erinnert sich Kern. Die Veranstaltung in Rödermark sei das dritte Welt-Poesie-Festival, erklärt er. Eines war auf Kuba.

Dank Kern werden nun 14 Lyriker aus der ganzen Welt sowie acht deutsche Schriftsteller vom 8. bis 12. September nach Rödermark kommen und ihre Gedichte am Entenweiher in Urberach vortragen. Sie alle sind mit ihren Werken auch in der Anthologie vertreten. „Peter Völker kennt sie alle“, sagt Kern. Er dagegen hatte von den meisten noch nichts gelesen. Wohlbekannt sind ihm aber einige Lyrikerinnen aus der Umgebung, die „außer Konkurrenz“ für die Anthologie Gedichte geschrieben haben – wie etwa Carola Hügli, eine Rödermärkerin.

Künstler des Kunstvereins Meerholz und des Vereins „Kunst in Rödermark“ haben die Texte je eines auf Deutsch eingereichten Gedichtes in Gemälden umgesetzt. Diese Gemälde wurden im Gedichtband ebenfalls abgedruckt. „Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben“, schwärmt das Stadtoberhaupt.

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