Lade Inhalte...

Rodgauer Lauf 24 Stunden lang im Kreis

Bahnchef Rüdiger Grube gibt am 10. September den Startschuss für den 30. Rodgauer Lauf zugunsten Behinderter.

Anfeuerung setzt bei manchem letzte Kräfte frei. Foto: Andreas Arnold

So viele Teams wie seit zehn Jahren nicht gehen beim 30. Rodgauer 24-Stunden-Lauf an den Start. Nach nur 32 Mannschaften im Vorjahr wollen am Samstag, 10. September, 44 Teams einen ganzen Tag lang auf dem Gelände des TSV Dudenhofen Runde um Runde drehen – zwölf Stunden in die eine, zwölf Stunden in die andere Richtung. Punkt 12 Uhr soll Bahnchef Rüdiger Grube den Startschuss abgeben. Im vergangenen Jahr wollte er schon nach Rodgau kommen, hat aber wegen der Debatte um Stuttgart 21 abgesagt.

Zehn Sportler pro Team geben den erstmals eingesetzten elektronischen Staffelstab weiter, während die anderen sie anfeuern und Bands wie die Hessen-rockt-Finalisten Mob spielen. Die Zeiten, als die Helfer Chips zählen oder gar Strichchen für jede absolvierte 400-Meter-Runde machen und aufpassen mussten, mitten in der Nacht auch ja keinen zu vergessen, sind vorbei.

Zwei Starter wollen die Strapaze sogar alleine auf sich nehmen. Mark Hohe-Dorst etwa ist auf extreme Strecken spezialisiert. Erst im Juli lief er nach Angaben der Veranstalter einen Triple-Ultra-Marathon. 50 Stunden war er da unterwegs.

Der Zweck des Sportspektakels, für das einst ein eingestellter Darmstädter Lauf Pate stand, ist es, Spenden zu erzielen für Behinderte. Die Zuschauer stiften Geld pro gelaufener Runde. 2,1 Million Euro habe die Rodgauer Stiftung Gemeinsam mit Behinderten so seit 1981 eingenommen, sagte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Lothar Mark, gestern.

2001 spülte der 24-Stunden-Lauf die Rekordsumme von 175000 Euro in die Stiftungskasse, in den vergangenen Jahren kamen trotz Finanzkrise jeweils etwa 100000 Euro zusammen. Geld, das die größte Bürgerstiftung im Kreis Offenbach dringend benötigt, um ihre Arbeit fortsetzen zu können.

Die Spenden ermöglichten bisher unter anderem den 2,5 Millionen Euro teuren Bau des Hauses Emmanuel, das seit 2005 in der Jügesheimer Altstadt Wohnraum und Betreuung für 13 Menschen mit geistiger Behinderung bietet. Erst habe es große Vorbehalte im Ort gegen die Pläne gegeben, sagt Mark. Doch die Behinderten seien längst integriert. „Sie sind ein Teil der Gemeinde geworden.“

Neue Wohnungen entstehen

Direkt ans Haus Emmanuel grenzend schafft die Stiftung nun zusätzlich Appartements für fünf Menschen mit geistiger Behinderung, die kaum Betreuungsbedarf haben. Mieter wird wieder die Behindertenhilfe Stadt und Kreis Offenbach sein. Noch im September soll ein baufälliges Haus an der Vordergasse abgerissen werden, der Spatenstich für den 900000 Euro teuren Neubau ist für den 10. Oktober geplant. Er soll Platz bieten für fünf je 20 Quadratmeter große Zimmer, Gemeinschaftsbereiche und einen Laden.

Die Darlehen für das Haus Emmanuel hat die Stiftung zum Jahresende zurückgezahlt. Für das neue Projekt aber musste sie neue aufnehmen. Dank der Finanzkrise habe man die Kredite zu einem niedrigen Zinssatz erhalten, sagt Lothar Mark.

www.24hlauf.de

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum