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Rodgau Tante Emma hilft

Heute beginnt ein Jügesheimer Verein mit seiner Lebensmittelausgabe für sozial Schwache. Dazu fehlen "Tante Emma" aber noch rund hundert Helfer, hundert Ehrenamtliche stehen schon bereit.

15.06.2010 00:06
Claudia Wenhardt-Bucci
Am heutigen Montag können die ersten Rodgauer, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, sich in der Lebensmittelausgabe in der Hintergasse 28 in Jügesheim frisches Obst und Gemüse, Nudeln, Konserven und Brot abholen. Foto: Sascha Rheker

Frisches Essen, Schuldnerberatung, Kochkurse, Unterstützung bei Erziehungsfragen und mehr, das hat sich der gemeinnützige Verein "Tante Emma" auf die Fahnen geschrieben. Und heute geht es los: Die ersten Rodgauer, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, können sich in der Lebensmittelausgabe in der Hintergasse 28 frisches Obst und Gemüse, Nudeln, Konserven und Brot abholen.

"Wir starten mit drei Terminen in der Woche", sagt Lothar Mark vom Vereinsvorstand. Zwei Euro kostet ein Korb voll Lebensmittel. Um diesen zu erhalten, sei nur eine Selbstauskunft nötig, in der der Einkäufer bestätigt, dass sein Einkommen unter der Pfändungsgrenze von 990 Euro liege, erklärt Mark. Das kann direkt am Empfang des Tante-Emma-Ladens erledigt werden. "Das läuft auf Vertrauensbasis, wir werden da nichts kontrollieren", betont er.

Um bedürftigen Rodgauern diese Unterstützung zukommen zu lassen, ist ein hoher logistischer Aufwand notwendig - zumal dem Verein für die Lebensmittel keine Kosten entstehen dürfen. "Wir sind bei großen Märkten als sogenannter Komplettentsorger gelistet", erläutert Mark. Das bedeutet, dass der Verein überzählige Frischeprodukte selbst bei den Märkten abholt, um sie danach weiterzugeben. "Jeder Kunde wird bei uns bedient, es gibt keine Selbstbedienung", so Mark.

Um einen reibungslosen Ablauf an allen geplanten Tagen zu garantieren, werden etwa 200 Helfer gebraucht. Derzeit gibt es 100 Ehrenamtliche, die sich schon gemeldet haben - dennoch sucht der Verein weiterhin engagierte Bürger, immerhin soll irgendwann die komplette Woche mit Einkaufstagen abgedeckt sein.

Ein Viertel der Helfer sind laut Mark sozial Schwache. Der Verein erhofft sich davon, dass die Hemmschwelle deutlich sinkt, sich die Menschen regelmäßig im Tante Emma Laden versorgen.

Wachsen soll neben der Helferzahl auch die der Mitglieder. Dann wird das Finanzierungsmodell des Vereins aufgehen - mit Ausgaben von 30.000 bis 35.000 Euro rechnet Mark. Derzeit zählt Tante Emma rund 50 Mitglieder, mindestens 200 sollen es in den kommenden drei Jahren werden. Davon erhofft sich der Verein Mitgliedsbeiträge von jährlich knapp 10.000 Euro.

Aus dem Verkauf der Essenskörbe an die wöchentlich erwarteten 200 Kunden sollen weitere 20.000 Euro zusammen kommen. "Im Moment finanzieren wir uns noch aus Spenden", erklärt Mark. Alle Sponsoren zahlen im ersten Jahr 3000 Euro, im zweiten 2000 und im letzten 1000.

Christel Hennig, eine der Helferinnen, freut sich schon auf ihren ersten Einsatz am heutigen Nachmittag. "Ich hielt Tante Emma von Anfang an für eine gute Idee. Ich bin Rentnerin und habe Zeit, mich zu engagieren", erklärt die Jügesheimerin. "Es werden ja so viele brauchbare Lebensmittel weggeworfen - hier finden sie jetzt endlich eine gute Verwendung."

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